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«Neu ist nur der Ort des Treffs»

Die Sozialen Dienste Mittelrheintal (SDM) wollen im Zentrum Heerbrugg einen regionalen Jugendtreff realisieren. Im Interview beantwortet SDM-Stellenleiterin Edit Krall Fragen, die sich Eltern, Öffentlichkeit und Anwohner stellen.
Edit Krall erwartet mit der Eröffnung des regionalen Jugendtreffs keine besonderen Probleme. (Bild: René Schneider)

Edit Krall erwartet mit der Eröffnung des regionalen Jugendtreffs keine besonderen Probleme. (Bild: René Schneider)

Edit Krall, würden Sie Nachbarin sein wollen des neuen Jugendtreffs?

Edit Krall: Ja. Sofern ich wüsste, dass der Treff gut geführt wird, dass zu den Öffnungszeiten immer jemand Erwachsener dort ist, die Öffnungszeiten klar sind und eingehalten werden, dass die Leitenden dort jederzeit einen geordneten Betrieb gewährleisten, sich Lärm und Abfall in Grenzen halten, und wenn ich jederzeit dort vorsprechen könnte, falls ich gestört würde und meine Anliegen dort ernst genommen werden. Unter solchen Umständen hätte ich nichts gegen einen Treff in meiner Nachbarschaft.

Haben Sie schon Reaktionen bekommen auf den Entscheid, in Heerbrugg einen regionalen Jugendtreff zu realisieren?

Krall: Nein. Bis jetzt noch nicht.

In Heerbrugg sind im Umkreis von zweihundert Metern offizielle und inoffizielle Treffs von Suchtkranken, Trinkern, Randständigen, A-Treff, Flüchtlingen, Bedürftigen und die übliche Bahnhof-Szene. Geht das gut mit dem Jugendtreff?

Krall: Die Vielfalt gehört zum Zentrum. Und zur Vielfalt gehört auch die Jugend.

Die Jugendlichen sind so oder so dort, unter anderem im Jugendtreff Heerbrugg im katholischen Pfarreiheim. Das ging bis jetzt sehr gut, und es gab nie Probleme mit den anderen Angeboten und Gegebenheiten im Zentrum. Insofern ist der neue Treff nur das Bisherige an einem anderen Ort im Zentrum. Und er ist regional ausgerichtet. Das Team hat also Erfahrung mit einem Treff im Zentrum.

Wünschen sich die Eltern und die Jugendlichen eher einen Jugendtreff im Dorf oder einen regionalen Treff?

Krall: Die Jugendlichen wollen eher einen regionalen Treff. Sie sind es sich von der OMR (Oberstufe Mittelrheintal) gewöhnt, in Bewegung zu sein, Freunde in den umliegenden Dörfern zu haben, Anlässe da und dort zu besuchen. Das nennt man neuerdings Jugendtourismus.

So besuchten bisher durchaus Balgacher den Treff in Heerbrugg oder Bernecker jenen in Widnau oder Au und umgekehrt. Zudem schätzen es die Jugendlichen, wenn sie im Treff möglichst mehr als eine Handvoll Jugendliche vorfinden. Je mehr Gleichaltrige dort sind, desto attraktiver und cooler ist für sie der Club. Weil ja viele dort sind.

Die Eltern bevorzugen eher dörfliche Jugendclubs?

Krall: Ja. Die Eltern wünschen sich vermutlich eher einen Treff im Dorf, weil sie dann ihre Jungen in der Nähe und besser kontrolliert wähnen. Der Nachteil wäre, dass bei gleichen Mitteln die vier Treffs stärker eingeschränkt wären in den Öffnungszeiten und Betreuungskapazitäten und jeder für sich kaum ausreichend gute Frequenzen erreichen könnte.

Ein regionaler Treff mit gebündelten Kräften an einem zentralen Ort scheint mir darum die bessere Lösung zu sein.

Jugendtreffs ziehen auch Jugendliche an, die nicht zur Zielgruppe gehören. Wird sich die Hänger-Szene vom Bahnhof zum Coop verlagern?

Krall: Vielleicht werden die über 18-Jährigen am Anfang vom Bahnhof interessiert herüberkommen und eventuell auch um Einlass bitten. Diese Erfahrung machten wir auch andernorts.

Wir werden diesen Gruppen genau kommunizieren, wer Zielgruppe ist, wer eingelassen wird und wer weg gebeten. Auch das ist nicht neu. Das war auch beim Treff im Pfarreiheim so, und unsere Spielregeln wurden schnell akzeptiert. Auch in diesem Punkt ist nichts neu, ausser dem Ort. Das gilt auch für Zigaretten, Alkohol, Drogen. Wir setzen unsere Vorgaben konsequent durch. Das wissen unsere Besucherinnen und Besucher und die älteren Jugendlichen draussen.

Wird dann einfach auf dem Coop-Areal und der nahen Umgebung Alkohol getrunken und gekifft?

Krall: Das glaube ich nicht. Vor dem Club wird geraucht werden, klar, weil es drin verboten ist. Das ist so. Alles andere ist erfahrungsgemäss in unmittelbarer Treffnähe kaum ein Problem. Die Jugendlichen wissen, dass die leitenden auch ein Auge auf der Umgebung des Treffs haben.

Welches ist Ihr grösstes Anliegen schon vor der Eröffnung?

Krall: Alle Beteiligten, Jugendliche, Anwohner, Betreuende, Eltern und Öffentlichkeit im und um den Treff sollen sich so wohl als möglich fühlen, aber auch Verständnis für die anderen aufbringen. Weiter hoffe ich, dass alle direkt zu uns kommen und uns ihr Anliegen, ihre Bedenken usw. schildern. Wir werden jedes auf vorgebrachte Anliegen eingehen und es ernst nehmen.

Interview: René Schneider

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