Neu 39 statt 40 Schulwochen?

Schweizer Lehrpersonen gelten gemäss einer neuen Studie als sehr unzufrieden. Woran das liegen könnte, zeigte sich an der Hauptversammlung des Kantonalen Lehrervereins, KLV Unterrheintal.

Janine Hürlimann
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Die Mitglieder des Kantonalen Lehrervereins, KLV Unterrheintal, wurden an der Hauptversammlung auf den neusten Stand gebracht. (Bild: Janine Hürlimann)

Die Mitglieder des Kantonalen Lehrervereins, KLV Unterrheintal, wurden an der Hauptversammlung auf den neusten Stand gebracht. (Bild: Janine Hürlimann)

RHEINECK. Letzten Samstag trafen sich die Mitglieder des KLV Unterrheintal im «Hecht»-Saal zur jährlichen Hauptversammlung. Jahresrechnung und Budget 2011/2012 wurden einstimmig angenommen. Einstimmig in den Vorstand wurde die Rheinecker Primarlehrerin Nicole Rietmann gewählt. Der musikalische Auftakt bildete PopKorn – von den Musikvereinen Widnau, Au und Berneck – unter der Leitung von Roland Stillhard. Humorvoll durch die Traktanden führte Präsident Peter Lutz. Ursula Meyer vermittelte indessen Aktuelles aus dem KLV. Viel Gelächter gab es danach im Rahmenprogramm mit Kabarettist Flurin Caviezel.

Mehr Ruhe in der Schule

Der KLV hat eine Vernehmlassung eingereicht, welche von allen betroffenen Stufen und Verbänden unterstützt wird. «Wir begrüssen die Reduktion der Schulwochen von 40 auf 39 und die Reduktion der Pflichtlektionen von 28 auf 27», führte Meyer aus. Somit soll die Möglichkeit bestehen, zusätzliche Arbeiten wie Stundenplanung, Materialverwaltung und Informatik-Angelegenheiten im Vollpensum zu integrieren. Im 13. Nachtrag zum Volksschulgesetz soll auch der Berufsauftrag der Lehrpersonen zeitgemäss und ganzheitlich formuliert sein. Der Wunsch sei das Arbeitsfeld und Kerngeschäft «Klasse» zu stärken und mehr Ruhe bei «Schule» einzubringen. «Es kann nicht sein, dass die Schulhausteams permanent mit neuen Projekten regelrecht zugedeckt werden», so Meyer.

Kein Perfektionismus

«Gemäss einer Online-Umfrage werden die Lehrpersonen von Herrn und Frau Schweizer als sehr unzufrieden eingeschätzt», sagte Peter Lutz. Es sei möglich, dass der Zeitpunkt der Umfrage eine Rolle gespielt habe. Damals sind verschiedenste Forderungen von kantonalen Lehrerverbänden aufgrund des Lehrermangels gestellt worden. Auch das Aufzeigen von Schwächen des Kindes an Elterngesprächen kann eine Ursache sein. «Unzufriedenheitsattacken habe ich jedoch, wenn sich verschiedenste Gremien neue Aufgaben für die Lehrerschaft ausdenken, welche unsere Schützlinge keinen Schritt weiterbringen», meinte Lutz. «Was aber tun gegen Unzufriedenheit?» Das Streben nach Perfektionismus führe dazu. «Also hören wir auf, perfekt sein zu wollen», so Lutz.