Natur trotz Strasse schonen

Bei der grenzüberschreitenden Verbindung der Autobahnen wird der Ökologie grosses Gewicht beigemessen. Eine wichtige Variante wurde daher verbessert.

Gert Bruderer
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Bei einem Anlass der Planungsgemeinschaft «Mobil im Rheintal» ging es um die Frage, welches Strassenprojekt sich wohl am ehesten umsetzen lasse. Themen waren die Verbindung Dornbirn Nord-Zellgasse-Bruggerloch/Bruggerhorn (so genannte Alternative «E neu») und die Ostumfahrung Lustenau.

Neue Variante abgeleitet

In jüngster Zeit war geprüft worden, wie sich die im Vordergrund stehende Alternative «E neu» ökologisch verbessern liesse. Das Ergebnis ist eine aus ihr abgeleitete, neue Variante Z: Die neue Trasse würde zwischen Dornbirn Nord und Lustenau rund 150 Meter in Richtung Süden von der derzeitigen Trasse abrücken. Ein wesentlicher Teil des Naturschutzgebietes «Natura 2000» sowie Bereiche mit wertvollen Schutzgütern würden mit einem zwei Kilometer langen Tunnel unterirdisch gequert.

Brachvogel bedroht

Das Risiko, dass die neue Alternative Z den Naturschutzrichtlinien nicht entspricht, wird von Experten als mässig eingestuft. Als grösster Nachteil werden die Auswirkungen auf den Grossen Brachvogel genannt. Das Tier ist ein in Mitteleuropa immer seltener anzutreffender Brut- und Sommervogel.

Wie die Alternative Z, so habe auch die Ostumfahrung Lustenau «mit hoher Wahrscheinlichkeit keine erheblichen Auswirkungen» auf die Natura-2000-Gebiete. Das Risiko, dass die Umfahrung den Naturschutzrichtlinien nicht entspricht, wird als sehr niedrig eingestuft. Dass auf die Umweltverträglichkeit besonders grosser Wert gelegt wird, erstaunt nicht. Schliesslich scheiterte die Verbindungsstrasse S18 nach jahrzehntelangem Planen zum Schluss an ihrer Nähe zum Vogelschutzgebiet «Lauteracher Ried». Es kam zu einem Beschwerdeverfahren der EU-Kommission gegen Österreich. Der Europäische Gerichtshof kam 2006 zum Schluss, die geplante Trasse führe durch ein «faktisches Vogelschutzgebiet» – also ein Gebiet, das so bedeutend sei, dass es unter Schutz zu stehen hätte. Der Beschwerde an sich wurde zwar nicht stattgegeben (weil das Verfahren vor dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union begonnen hatte). Ein klares Wort sprach dann aber der Österreichische Verfassungsgerichtshof: Ihm zufolge hat das einstige S18-Trasse ökologische Aspekte zu wenig berücksichtigt.