Natur, die von tief innen kommt

ALTSTÄTTEN. Monika Iten hat am Wochenende neue Werke gezeigt. Für Klaus Moser war es eine Premiere: Das Parterre seines Hauses an der Alten Ruppenstrasse 2 diente als Galerie.

Gert Bruderer
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Monika Iten bei ihrer sechsten Ausstellung. Auch Tochter Jakobina ist mit drei Arbeiten vertreten. (Bild: Gert Bruderer)

Monika Iten bei ihrer sechsten Ausstellung. Auch Tochter Jakobina ist mit drei Arbeiten vertreten. (Bild: Gert Bruderer)

Zur Ausstellung war es recht spontan gekommen. Aber Moser findet an der Idee, seinen eigenen Wohnraum gelegentlich für Kunst zur Verfügung zu stellen, reizvoll genug, um es nicht bei der einen Ausstellung zu belassen. Für Monika Iten war die Präsentation eigener Arbeiten dagegen nichts Neues; schon zum sechsten Mal trat sie als Künstlerin öffentlich auf.

Bilder ohne Konturen

Die Titel der eher kleinformatigen Bilder sind unspektakulär: Morgendämmerung, Landschaft, Wasserlandschaft, Abendhimmel. Aber die vor dem Betrachter ausgebreitete Natur kommt sozusagen von tief innen – und erfüllt in wunderbaren Farben eine neue Tiefe. Auf die Ölbilder trifft dies vor allem zu. Monika Iten verwischt die Farben mit dem Pinsel und verzichtet auf Konturen. Bei aller Schwere, die in den Landschaften liegt, wird der Betrachter doch bei allen Werken durch die Dunkelheit ins Licht gelotst. Eine Art Schwebezustand ist spürbar; Itens Farbenwelt ist nicht fassbar, nicht geerdet. Trotz der in ihr liegenden Ruhe lässt sie den Blick nicht zur Ruhe kommen.

Eindrucksvolle Selbstbildnisse

Auch der Kreidetechnik bedient sich die 40-jährige Künstlerin, die nach dem Besuch der Kanti sechs Jahre an der Schule für Gestaltung in Basel verbracht hat. Ausserdem waren am Wochenende einige Skulpturen, Notiz- und Maltagebücher zu sehen sowie Selbstbildnisse. Besser als alles andere zeigen diese Werke, wie Monika Iten ihre künstlerische Kraft strömen lässt, wie diese Kraft sich in grosser Entspanntheit entfaltet und zu packenden Resultaten führt. Dass nicht nur Monika Iten, sondern auch ihre Tochter Jakobina zwei Zeichnungen sowie eine Skulptur präsentierte, war sozusagen das schöne Tüpfelchen auf dem i, das auf den Kopf gestellt, das für die Ausstellung angebrachte Ausrufezeichen ergibt.