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Provokativ hat Künstler Silvan Köppel im Rahmen seiner Bernecker Maiblüten-Ausstellung ein uraltes Chrysler-Cabrio auf einen Parkplatz der blauen Zone gestellt. Das Fahrzeug ist schon bald der Polizei sowie dem kantonalen Strasseninspektorat aufgefallen.

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Provokativ hat Künstler Silvan Köppel im Rahmen seiner Bernecker Maiblüten-Ausstellung ein uraltes Chrysler-Cabrio auf einen Parkplatz der blauen Zone gestellt. Das Fahrzeug ist schon bald der Polizei sowie dem kantonalen Strasseninspektorat aufgefallen. Dieses vertritt natürlich den Standpunkt, ein Auto ohne Nummernschild könne nicht einfach in der blauen Zone abgestellt werden – auch dann nicht, wenn es um Kunst geht. Unbürokratisch verhielt sich aber die politische Gemeinde Berneck. Das Auto wurde mit einem Stapler auf ein Parkfeld der Gemeinde neben das Rathaus gestellt.

Dort hat das Strasseninspektorat nichts zu sagen.

Wer jemanden mit einer öffentlichen Ehrung überraschen will, hat ein Problem: Wie bringt man den zu Ehrenden an den Ort der Ehrung? Hanspeter Küng (Bild), virtuos Blockflöte spielender Staatsanwalt-Stellvertreter und Präsident der Jury für den Altstätter Anerkennungspreis, hat sich dafür mit Erika Bietenhader verschworen.

Sie sollte dafür schauen, dass ihr Mann Ueli mit ihr an die Altstätter Bürgerversammlung kommt, nach der die Ehrung stattfand. Was Erika Bietenhader nicht wusste: Sie sollte auch geehrt werden. Was Hanspeter Küng nicht wusste: Erika Bietenhader lag am Montagabend mit Fieber im Bett. Immerhin ist Ueli Bietenhader dennoch gekommen. Nichts ahnend.

Erst als im Verlauf der Laudatio davon die Rede war, dass jemand geehrt werden soll, der vor 40 Jahren Mitgründer des Altstätter Konzertzyklus war, entfuhr ihm ein verhaltenes «Jesses!»

Ebendieser Ueli Bietenhader, Altstätter durch und durch, sass während der Bürgerversammlung abseits der Bürgerinnen und Bürger bei den Nichtstimmberechtigten.

Allen, die sich darüber wunderten, sagte er, er habe seine Schriften gar nicht mehr in Altstätten, sondern im Burgund, wo er und seine Frau seit Jahren ein Ferienhaus besitzen und mehrere Wochen im Jahr verbringen. Nun hätten sie sich entschieden, ganz dorthin auszuwandern, und an die Bürgerversammlung sei er nur noch aus Gwunder gekommen.

Die Wahrheit war weit weniger spektakulär: Er hatte sich zu Hause dermassen damit abgemüht, den Amtsbericht («den Katalog», wie er ihn nannte) in seine Jackentasche zu bekommen, dass er dann die Stimmausweise liegen gelassen habe. Und all jene, die er mit seiner Auswanderung verblüfft hatte, beruhigte er schliesslich noch: Der Anerkennungspreis freue ihn dermassen, dass er nun doch in Altstätten sesshaft bleiben werde.

Verwunderung am Montag: Zweimal das gleiche Couvert im Postfach? Aufgemacht und nachgeschaut. – Tatsächlich: Von Raiffeisen kommt der Dank für den Besuch des Rhema-Standes in doppelter Ausführung. Wie heisst es doch? Doppelt genäht hält besser! Darum sei hier die (ironiefreie) Freude über die (wirklich nette) Raiffeisenpost in gleicher Weise verdankt: Vielen Dank, liebe Raiffeisenbank. Vielen Dank, liebe Raiffeisenbank.

(mt/gb/S/bg)