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Nähstube fördert Integration

WIDNAU. Seit einem Jahr wird im Haus von Heini Ziegler in Widnau genäht. Als ehrenamtliches Mitglied des Solidaritätsnetzes Ostschweiz rief er vor einem Jahr die Rheintaler Nähstube ins Leben. 14 Frauen besuchen zurzeit bereits den zweiten Kurs.
Susi Miara
Kursleiterin Maria Tselouko mit den Kursteilnehmerinnen, Chasmat aus Tschetschenien, Yesim aus Kurdistan, Tanja aus Russland und Karen aus Kenia (von links). (Bild: Susi Miara)

Kursleiterin Maria Tselouko mit den Kursteilnehmerinnen, Chasmat aus Tschetschenien, Yesim aus Kurdistan, Tanja aus Russland und Karen aus Kenia (von links). (Bild: Susi Miara)

Die Idee sei im Rahmen des wöchentlich stattfindenden Sprachentreffs entstanden, sagt Heini Ziegler. Im Kinderraum Heerbrugg finde jeden Mittwoch ein solcher Treff statt. «Dort haben die Frauen den Wunsch geäussert, dass sie gerne nähen möchten.» Eine ausgebildete Textildesignerin aus Russland, Maria Tselouko, habe sich bereit erklärt, den Frauen das Nähen beizubringen. «Maria Tselouko hat grosse Erfahrung, vor allem in orientalischer Mode», erklärt Ziegler. In Jemen habe sie ein eigenes Modeatelier geführt und Kontakte bis Saudiarabien gepflegt.

Bereits zweiter Kurs

Die Nähstube des Solidaritätsnetzes Ostschweiz in Widnau steht allen Migrantinnen offen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Mit der Teilnahme möchte die Nähstube sie bei Tagesplanung und -strukturen unterstützen und sie in eine Gruppe einbetten. Im März vor einem Jahr ist der erste Kurs mit neun Frauen gestartet.

Seit November läuft nun der zweite Kurs mit 14 Frauen. Für die Nähstube hat Heini Ziegler das ganze Obergeschoss in seinem Privathaus zur Verfügung gestellt. Jeweils am Dienstag und Mittwoch wird dort fleissig genäht. «Mehr als zwei Vormittage kann ich mein Haus leider nicht freigeben», sagt Ziegler. Eine Alternative bestehe im Moment leider nicht.

Überhaupt sei es nicht leicht, die Kurse zu finanzieren, denn nur diejenigen Frauen, die berufstätig sind, bezahlen einen bescheidenen Kursbeitrag. Für die meisten der Frauen ist der Kurs kostenlos.

«Wenn es uns gelingt, für die eine oder andere Kursteilnehmerin später eine Arbeit zu finden, hat sich dieser Aufwand gelohnt», betont Ziegler.

Stoffe und Nähmaschinen

Das Solidaritätsnetz hat für die Kurse die Defizitgarantie übernommen. Grosszügig unterstützt werden die Kurse auch von verschiedenen Institutionen. Die Nähstube habe bisher einen Beitrag von der Katholischen Seelsorgeeinheit Widnau-Balgach-Diepoldsau, von den Frauenprojekten der evangelischen Kirche, vom Kathrinahus sowie den Gemeinden Widnau und Altstätten erhalten.

Der Kanton habe zuerst auch einen Beitrag gesprochen. «Weil aber auch einige wenige abgewiesene Frauen unsere Kurse besuchen, wurde der Beitrag dann abgelehnt», erklärt Ziegler. Obwohl er später die Projekte trennte, wollte der Kanton die Nähstube nicht mehr unterstützen. Umso mehr freut sich Heini Ziegler über Spenden von Privatpersonen. «Wir haben mehrere Nähmaschinen und auch Stoffe bekommen.» Bei einem bescheidenen Budget von 5000 Franken pro Kurs ist ihm jede Spende willkommen.

Die Nähstube ist immer auf der Suche nach günstigem Stoff und gebrauchten Nähmaschinen. Wer die Nähstube unterstützen möchte, kann sich gerne mit Heini Ziegler, Feldstrasse 15, Widnau, Telefonnummer 071 720 14 14, in Verbindung setzen.

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