Nächstes Jahr ist das «Jahr der Freiwilligenarbeit»

Widnau. Der gemeinnützige Frauenverein Widnau organisierte kürzlich die Jahresversammlung für die Kantone SG und AR. Der Dachverband SGF (Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen) besteht seit 1888. Angeschlossen sind Sektionen in der ganzen Schweiz mit momentan ungefähr 72 900 Mitgliedern.

Drucken

Widnau. Der gemeinnützige Frauenverein Widnau organisierte kürzlich die Jahresversammlung für die Kantone SG und AR. Der Dachverband SGF (Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen) besteht seit 1888. Angeschlossen sind Sektionen in der ganzen Schweiz mit momentan ungefähr 72 900 Mitgliedern. Die Sektionen arbeiten konfessionell und politisch neutral, sie überbrücken Lücken im sozialen System, die der Staat nicht schliessen kann.

Der SGF ist vor allem in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Beratung von Sektionen, Unterstützung von Frauenprojekten im In- und Ausland tätig.

Die Präsidentin des GFV Widnau, Iris Graf, begrüsste im herbstlich geschmückten evangelischen Kirchgemeindehaus die anwesenden Vorstandsfrauen und Delegierten der Ortsvereine. Gemeindepräsidentin Christa Köppel liess sich entschuldigen, spendierte dafür Apéro und Dessert.

Nachdem Iris Graf die Gemeinde mit all ihren Annehmlichkeiten und der Nähe zum restlichen Europa vorgestellt hatte, begann die Jahresversammlung.

Maria Kaiser, die seit einem Jahr den Verein der Kantone SG/AR präsidiert, führte zügig durch die Traktanden. In ihrem Jahresbericht betonte sie, dass auch ihr die Vernetzung und der Kontakt zu den Ortsvereinen ein wichtiges Anliegen ist und den Verein in diesem Sinn weiterführen will.

Kontaktmöglichkeiten bieten die Regionaltreffen und die Hauptversammlungen der verschiedenen Ortsvereine. Die Ortsvereine sind in der Gestaltung ihres Programms frei, jedes Jahr werden jedoch vom Dachverband ein bis zwei Themen zur Diskussion angeboten. Nächstes Jahr ist das «Jahr der Freiwilligenarbeit», und so lauten die Diskussionsthemen: Braucht es die Freiwilligenarbeit in Zukunft? Weshalb? Was bringt mir persönlich die gemeinnützige Arbeit? Diese Themen können in gemütlicher Runde, auf einer Wanderung oder am «Runden Tisch» diskutiert werden.

Nach dem Verlesen der Rechnungs- und Revisorinnen-Berichte standen die neuen Projekte auf der Traktandenliste.

Projekte: In den letzten zwei Jahren wurde der Verein Chupferhammer, eine betreute Wohngruppe in Ebnat-Kappel, unterstützt. Für die nächsten zwei Jahre stehen zwei Projekte zur Auswahl. Unterstützung der Fachstelle Ostschweiz der Autismushilfe und die Albanien-Hilfe. Das Autismus-Projekt wurde von Margrit Köppel, Widnau, vorgestellt.

Erklärt wird die Tätigkeit der Fachstelle, aber auch die Störungen, die im Begriff «Autismus-Spektrum» zusammengefasst sind. Die aktuellen Projekte möchten einerseits die Sozialkompetenz verbessern und richtet sich an zehn- bis 14-jährige Jugendliche, andererseits einen Freizeittreff für Jugendliche und Erwachsene mit Asperger-Syndrom (leichtere Form von Autismus) gestalten.

Christa Schopfer vom Dachverband SGF spricht über die Notwendigkeit, in Albanien ein Projekt der «useful albanian women» zu unterstützen. Dabei geht es darum, 60 Kindern und Jugendlichen, Waisen oder Kindern von Familien, die unter der Armutsgrenze leben müssen, einen Mittagstisch anzubieten. Zudem werden sie ermuntert, die Schule zu besuchen, und sie erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben und der Freizeitgestaltung.

In einer Berufsschule mit den Zweigen Kochen, Schneidern und Computer wird bereits die dritte Klasse ausgebildet. 60 Jugendliche haben bereits abgeschlossen, und die meisten von ihnen haben eine Anstellung gefunden. Die Abstimmung ergibt die Zustimmung zu beiden Projektvorschlägen. Es ist den Ortsvereinen überlassen, ob sie eines oder beide der Projekte unterstützen wollen oder eine andere Institution berücksichtigen. Die Spendenbeträge ergeben sich aus den Veranstaltungen der einzelnen Ortsvereine.

Kontaktpflege: Bis zum Nachtessen erfolgte ein reger Austausch unter den Verantwortlichen der verschiedenen Sektionen, danach liessen sich alle das feine Essen schmecken. In der Pause bis zum Dessert erwartete alle eine musikalische Überraschung. Der Familienchor Kriessern marschierte ein – im wahrsten Sinn des Wortes. Mit humorvollen Liedern in verschiedenen Sprachen unterhielt der grosse Chor.

Den Abschluss bildete ein feines Dessert, und dann kehrten die «Gemeinnützigen Frauen» aus den Kantonen SG und AR wieder nach Hause zurück. (AB)