Nachtruhestörung

Nach «erfolgreicher» Singprobe findet sich der Jodlerklub Altstätten auch letzten Montag fast vollzählig in einem Altstätter Restaurant ein.

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Nach «erfolgreicher» Singprobe findet sich der Jodlerklub Altstätten auch letzten Montag fast vollzählig in einem Altstätter Restaurant ein. Nach kurzer Zeit macht ein Nötli die Runde und findet seinen Weg zum Präsidenten und Kassier mit der Bitte, man möge doch der jungen Dame in der Ecke des Restaurantgartens zum dreissigjährigen Wiegenfeste ein Überraschungsständchen singen. Die Damen und Mannen des Jodlerklubs stellen sich, wie es sich gehört, im Halbkreis auf und stimmen um etwa 22.30 Uhr ein Lied an: «Häb Freud am Läbe.»

Nach Applaus, Dankes- und Gratulationsworten verspricht uns die nette Jubilarin eine Runde – welch liebe Geste! Und schon beginnen die Mannen des Jodlerklubs zu singen: «Dem Spender sei ein…» Zum offiziellen Dank schliesslich stimmt unsere Dirigentin das Lied «So geit's» an. Danach setzen wir uns nach erneuten Dankesworten wieder an unseren Tisch.

Wenige Minuten später schreiten zwei elegant in Blau gekleidete und bewaffnete Männer (die Polizei) durch Garten und Wirtschaft und verlassen diese nach weiteren wenigen Minuten wieder. Kurz darauf erscheint der Wirt und meint, die beiden Herren seien wegen uns da gewesen…

Herr Anonym hat wieder einmal zum Telefon gegriffen. Beachtenswert, diese schnelle Auffassungsgabe! Ich meine: Wir haben zwei (na gut: zweieinhalb) Lieder gesungen. Herr Anonym muss also wohl beim ersten hörbaren Ton reagiert haben!

Herr Anonym, haben wir so schlecht gesungen? Fühlten Sie sich wirklich vom Gesang gestört oder möchten Sie einfach dem Wirt eins auswischen? Kann es sein, dass Sie mit sich selbst unzufrieden sind? Dann hören Sie beim nächsten Mal auf den Text des Liedes «Häb Freud am Läbe!».

Hans Popp,

Ringgasse 56, Hinterforst