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Nach uns die Sintflut

Wenn wir in diesem Frühsommer bisher eines zur Genüge gehabt haben, dann ist es der Regen. Der Mai ist so nass gewesen wie selten zuvor und auch der Juni 2016 droht einer der nassesten seit der Klimamessung zu werden.
Jens Mayer Pfarrer In Balgach

Wenn wir in diesem Frühsommer bisher eines zur Genüge gehabt haben, dann ist es der Regen. Der Mai ist so nass gewesen wie selten zuvor und auch der Juni 2016 droht einer der nassesten seit der Klimamessung zu werden. Unwetter in Deutschland und Frankreich haben mit ihren Bildern ungute Erinnerungen an das überflutete Riet vor einigen Jahren geweckt und auch in der Landwirtschaft hinken Früchte und Gemüse mit dem Wachstum und der Reife hinterher.

Bei solchen Bildern und eigenen nassen Erfahrungen kommt einem schnell einmal die Geschichte der Sintflut in den Sinn. Auch wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach eine Legende und kein historischer Tatsachenbericht ist, beinhaltet sie doch viele Aspekte, die uns beim Klimawandel auch heute umtreiben: Sorglosigkeit im Umgang mit der Umwelt, überzogener Egoismus und die Verachtung des anderen, in dem Fall Noah, und die Hybris zu meinen, dass man persönlich unantastbar ist.

Das Ergebnis in der Geschichte kennen wir alle: Noah baut seine Arche, die erstaunten Mitmenschen saufen ab und die bestehende (Welt-)Ordnung geht unter. «Nach uns die Sintflut» ist aufgrund dieser Geschichte zum geflügelten Sprichwort geworden, wenn man sehenden Auges etwas Unsinniges macht, weil man für die Konsequenzen nicht geradestehen muss. «Nach uns die Sintflut», das können wir bei der jetzigen Wettersituation wohl schon nicht mehr sagen. Es fühlt sich eher so an, als seien wir gerade mittendrin in der Sintflut. Unsere Keller laufen voll, Erdrutsche versperren unsere Strassen und bei mir daheim saufen die Erdbeeren ab. So langsam zeigt sich, dass die von uns Menschen verschuldete Klimaerwärmung uns doch stärker betrifft, als wir wahrhaben wollten.

Die Klimaerwärmung ist ein Fakt, dem wir uns stellen müssen. Und hoffentlich erkennen wir, dass wir mitten in der Sintflut stehen und sie nicht irgendwann nach uns kommt. Lange Zeit hatten gerade wir Menschen in Mitteleuropa das Gefühl, die Klimaerwärmung beträfe nur die Länder im Süden. Doch anders als in der biblischen Geschichte ist es für uns noch nicht zu spät. Wir können, wenn wir uns anstrengen, die Erderwärmung zumindest noch eindämmen. Und auch die Bibel gibt uns an der Stelle Hoffnung. Denn die Geschichte der Sintflut hat ein versöhnliches Ende. Nachdem Noah wieder trockenen Fusses nach der Sintflut aus der Arche steigt, setzt Gott den Regenbogen an den Himmel als Zeichen, dass er die Menschheit nicht mehr vernichten wird. Und Regenbögen sehen wir hier im Rheintal im Augenblick fast täglich.

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