Nach Trainer geht Sportchef

Der FC Altstätten und Sportchef Sandro Mazenauer gehen ab sofort getrennte Wege.

Günther Böhler
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FUSSBALL. Eine Woche nachdem der FC Altstätten die einvernehmliche Trennung zwischen Trainer Walter Bachofner – auch Co. Arben Ibusoski wird im Frühjahr nicht mehr auf der Bank sitzen – bekannt gab, erfolgte der nächste grosse Schnitt nach dem mehr als enttäuschenden Herbstdurchgang in der 2. Liga. Bei der letzten Vorstandssitzung stand die Mehrheit des FCA-Vorstandes nicht mehr hinter Sportchef Sandro Mazenauer. Dieser zog die Konsequenzen und gab per sofort seinen Rücktritt bekannt.

Laute Unkenrufe

Der Abgang von Mazenauer ist jedoch keine grosse Überraschung, denn die Unkenrufe auf der Gesa von Zuschauern und Vereinsmitgliedern – vor allem seine Abwesenheit bei Spielen stiess sauer auf – waren zuletzt nicht zu überhören. Inwieweit sein Tanz auf mehreren Hochzeiten, der Lüchinger ist auch im Bereich Schiedsrichter und als A-Junioren-Trainer beim FC Appenzell aktiv, ausschlaggebend war, wollte Altstätten-Präsident Bruno Ritter nicht kommentieren: «Die Details bleiben clubintern, es gab aber mehrere Kritikpunkte. Um uns für die Zukunft neu auszurichten, musste ein Wechsel vollzogen werden.»

Eine detaillierte Erklärung war auch im Hinblick auf den schon zuvor vollzogenen Trainerabgang nicht notwendig. «Von Bachofners kommuniziertem Saisonziel-Aufstieg – dieses stimmte nicht mit dem Vorstand überein – sind wir sehr weit entfernt. Mit zehn Punkten stehen wir nicht gut da», stellt Ritter treffend fest. Und im Vorstand hat auch keiner geglaubt, dass Bachofner, der erst auf diese Saison hin sein Amt antrat, in der Rückrunde wirklich die entscheidende Wende gelingt. Vom Staff sind somit nur noch Tormann-Trainer Wolfgang Ott und Coach bzw. «Mädchen für alles» Giuseppe Castrovinci übrig.

Parallelplanung

Die notwendigen Änderungen bei dem vom Wiederaufstiegs- zum Abstiegskandidaten mutierten FC Altstätten sollen laut Ritter in den nächsten 14 Tagen über die Bühne gehen. «Wir planen parallel. Wenn wir uns aber schnell mit einem der Trainer, die wir auf unserer Liste haben, einig werden, geht das auch ohne Sportchef», lässt der FCA-Oberste wissen. Über Verstärkungen, die vor allem die Offensive betreffen werden, wird allerdings erst dann konkret nachgedacht, wenn die beiden neuen Ämter bei den Gelb-Schwarzen besetzt sind.

Der scheidende Sportchef Sandro Mazenauer, der fast sieben Jahre im Amt war, war wenige Stunden nach der Entscheidung zu einem Statement bereit: «Um weiterzumachen, habe ich das volle Vertrauen des Vorstandes gefordert. Nachdem es aber keine Rückendeckung mehr gab, erklärte ich meinen Rücktritt.» Er kann dem ganzen auch Positives abgewinnen: «Jetzt habe ich mehr Zeit für anderes.» Apropos Zeit und Arbeit: Mazenauer sieht auf seinen Nachfolger jede Menge Arbeit zukommen, immerhin muss schnell ein Trainer gefunden werden, und zudem gilt es nach Verstärkungen zu suchen: «Ich habe mit der Trennung wirklich kein Problem. Wenn es jemand mit gleich wenig Geld besser macht, ist das für mich in Ordnung.» Und abschliessend betonte Mazenauer, gute Spieler wie Shabani, Lo Re, Jevtic und die Mailiqi-Brüder geholt zu haben: «Vielleicht zu gut, denn sie wurden alle abgeworben.» Bleibt zu hoffen, dass der neue Sportchef auch ein gutes Händchen bei Spielern hat, diese dann aber in Altstätten halten kann.