Nach 62 Jahren zurück in der Heimat

WIDNAU. Für die Raiffeisenbank-Ausstellung konnte der Kulturverein Widnau den gebürtigen Widnauer Henri Bell verpflichten. Er zeigt naive Malerei von Schweizer Seelandschaften. Die Vernissage findet am Samstag, 7. November, statt.

Susi Miara
Drucken
Teilen
Henri Bell in seinem Atelier. Auffallend bei seinen Bildern sind die kräftigen Farben. (Bild: Susi Miara)

Henri Bell in seinem Atelier. Auffallend bei seinen Bildern sind die kräftigen Farben. (Bild: Susi Miara)

Obwohl er bereits seit 62 Jahren nicht mehr in Widnau wohnt, ist er im Rheintal kein Unbekannter. Henri Bell wurde 1933 in Widnau geboren, absolvierte bei der Weinkellerei Haubensak in Altstätten eine Kaufmännische Lehre und verliess danach das Rheintal, um die Welt kennenzulernen. Während der letzten 62 Jahre hat er immer in Städten gelebt, die ans Wasser grenzen: Zürich, Genf, Lausanne-Ouchy oder Palamos und Tarragona in Spanien.

Seine Liebe zur Malerei entdeckte er in Tarragona. Von seinem Balkon aus konnte er direkt auf das Mittelmeer blicken, und es war sein Freund, der berühmte Landschaftsmaler Tomas Olivar, der ihn für das Malen begeistern konnte. «Weil Olivar kein Auto hatte, fuhr ich ihn oft ans Meer, wo ich dann wartete, bis er seine Skizzen fertig hatte», erinnert sich Henri Bell. Eines Tages habe ihn Olivar aufgefordert, selbst etwas zu malen. So sieht man bereits auf seinem ersten Bild, das immer noch in seinem Besitz ist, das Meer und die Küste Spaniens. Es war für ihn dann selbstverständlich, dass er auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz Seelandschaften zu malen begann. Sein Lieblingsthema Wasser ist in den meisten Bildern präsent.

Bells Bilder gefallen, weil sie mit nostalgischen Gefühlen für eine heile Welt der Schönheit der See- oder Meerszenen, des einfachen Lebens, die Flora und Fauna der unberührten Natur zeigen. Seine Figuren sind einfache, freundliche Menschen.

Wasser, Schiffe, Schwäne

Sein Stil ist sehr einfach, sogar naiv, weil er mit Simplizität malt, was er sieht und wie er es fühlt. Liebhaber von Seelandschaften finden an seinen Bildern Gefallen, weil sie in einfacher Weise die Schönheit der Seen mit Linienschiffen, historischen Kähnen, Fischerbooten, Yachten, Möwen, Schwänen, Enten und Reihern zu verschiedenen Jahreszeiten zeigen. Da er 30 Jahre in Ouchy, dem Hafenviertel von Lausanne, lebte, bekam er den Übernamen «Henri d'Ouchy». Mit diesem Pseudonym hat er viele seiner Gemälde unterschrieben. Seit elf Jahren lebt er mit seiner Frau in Bouveret am oberen Genfersee und zeichnet seine Bilder mit seinem Namen «Hi Bell». Die Bilder zeigte Henri Bell an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Viele seiner Bilder befinden sich in Museen oder bei Sammlern in der Schweiz, in Spanien, England, Deutschland und Kanada.

Erstmals in der Ostschweiz

Am Samstag, 7. November, zeigt Henri Bell seine Bilder in der Raiffeisenbank Mittelrheintal in Widnau. «Es ist die erste Ausstellung in der deutschsprachigen Schweiz», sagt Henri Bell. Dazu ermuntert hat ihn sein Cousin Peter Federer, der als Vorstandsmitglied des Kulturvereins die Raiffeisenbank-Ausstellungen organisiert.

Die Vernissage beginnt um 18 Uhr. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Raiffeisenbank Mittelrheintal in Widnau bis Ende Jahr besichtigt werden.