Musikschule hat nun ein Zuhause

Vertreterinnen und Vertreter der Oberstufe Mittelrheintal (OMR), von politischen Gemeinden und Schulgemeinden sowie der Musikschule Unterrheintal haben am Samstag gefeiert. Mit Gästen und Schülern haben sie das neue Musikzentrum Kirchfeld in Heerbrugg offiziell eröffnet.

Kurt Latzer
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HEERBRUGG. «Der Umbau ist gelungen». Das hat man am Samstagvormittag in der ehemaligen Turnhalle oft gehört. Auch vom OMR-Präsidenten Ivo Riedi. Nach einem Kurzfilm, wie man aus einem Rüebli eine Klarinette herstellt und darauf spielt, sagte Riedi: «Mit einem Rüebli, ein wenig Werkzeug, einem Mundstück und auch Können kann man Menschen faszinieren, beglücken und fröhlich stimmen.» Er hoffe, dies möge auch mit dem neuen Musikzentrum in der umgebauten Turnhalle gelingen.

Sing- und Probesaal

Dort, wo sich einst Schülerinnen und Schüler umgezogen haben, ist heute das Sekretariat der Musikschule. Im vorderen Teil, auf der Seite mit der Wand aus Glassteinen, sind die verschiedenen Musikzimmer untergebracht; in einem steht der brandneue Konzertflügel. Im neuen Obergeschoss befindet sich der grosse Saal, in dem der Musikunterricht der OMR und die Proben von Vereinen stattfinden, wie etwa die des Männerchores Heerbrugg.

Architektonisch wertvoll

Architekt Hubert Bischoff sprach über die Herausforderungen am Bau und die Bedeutung der OMR-Gebäude. Er bezeichnete das ganze Ensemble der Schulgebäude am Kirchplatz, die Mitte der 1950er-Jahre gebaut wurden, als «architektonisch äusserst wertvoll.» Die Familie Schmidheiny habe einst der Schule die Backsteine geschenkt, mit der Auflage, damit Schulhäuser zu bauen. Den Charakter mit den Backsteinen und im Falle der Turnhalle den der Glassteine, habe man erhalten können. Die Musikschülerinnen und -schüler, die Lehrerschaft und die Mitglieder der OMR-Band freuen sich über ihr neues Zuhause: Das hat man ihnen am Samstag anmerken können, beim Vortragen ihrer Lieder und Musikstücke.

Musikschule raus aus dem Keller

Marcel Sieber, Präsident der Musikschule Unterrheintal, sprach über die Vergangenheit der Musikschule, die nicht immer eine glückliche war. «Ein Zimmer im Untergeschoss, acht Quadratmeter, ein Notenständer und zwei Stühle: Ist das ein Musikzimmer?», fragte er die Gäste. 1978, nach der Gründung der Musikschule, sei etwa dies der Standard gewesen. Kaum eine Lehrperson habe ihr Klassenzimmer nach Schulschluss für den Instrumentalunterricht zur Verfügung gestellt: Allenfalls einen Gruppenraum, in dem auf dem Boden Zeichnungen zum Trocknen ausgelegt waren.

«Die Suche nach geeigneten Räumen war immer ein Hauptanliegen der Musikschule», sagte Sieber. Auf der einen Seite sei der Schulleiter auf Verständnis gestossen, andernorts auf schroffe Ablehnung.

Umso glücklicher seien die Verantwortlichen der Musikschule Unterrheintal, deren Lehrkräfte und die Schülerschaft heute, bei der OMR auf offene Ohren gestossen zu sein und nun im neuen Musikzentrum am Kirchplatz ein echtes Zuhause bekommen zu haben.

Marcel Sieber, Präsident der Musikschule Unterrheintal (oben), Ivo Riedi, Präsident der Oberstufe Mittelrheintal und Architekt Hubert Bischoff (vorne rechts) sind gleichermassen begeistert: Die einen über den Platz, den die Musikschule nun endlich hat, Bischoff über den Bau und die Freude der Besucher. (Bilder: Kurt Latzer)

Marcel Sieber, Präsident der Musikschule Unterrheintal (oben), Ivo Riedi, Präsident der Oberstufe Mittelrheintal und Architekt Hubert Bischoff (vorne rechts) sind gleichermassen begeistert: Die einen über den Platz, den die Musikschule nun endlich hat, Bischoff über den Bau und die Freude der Besucher. (Bilder: Kurt Latzer)