Musikalische Entdeckungsreise

BERNECK. Für die knapp 50 Besucher bot das Konzert des Trios Dacor am Sonntagabend einige Begegnungen mit unbekannten Werken, interpretiert mit Instrumenten jenseits des Mainstreams.

Maya Seiler
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Ein handverlesenes Publikum liess sich durch das Spiel von Jacqueline Ott, Marimba, Jojo Kunz, Kontrabass, und Paolo D'Angelo, Akkordeon, begeistern. (Bild: Maya Seiler)

Ein handverlesenes Publikum liess sich durch das Spiel von Jacqueline Ott, Marimba, Jojo Kunz, Kontrabass, und Paolo D'Angelo, Akkordeon, begeistern. (Bild: Maya Seiler)

Besucher, die der Einladung des Kulturforums gefolgt sind, wurden durch die Begegnung mit Komponisten und Kompositionen belohnt, die man nicht oft zu hören bekommt. Spannend war sicher die Begegnung mit «Shifting Accents» von der schweizerisch-amerikanischen Komponistin Julia Schwartz. Das Werk, speziell für das Trio Dacor geschrieben, wurde diesen Frühling uraufgeführt. Es ist programmatisch für den Stil der Musiker um Jacqueline Ott, Marimba, Jojo Kunz, Kontrabass, und Paolo D'Angelo, Akkordeon.

Der Akzent wechselt

Das Trio Dacor hat die Werke der verschiedensten Komponisten so arrangiert, dass nicht ein Instrument über das ganze Stück die Führung übernimmt, sondern die Melodieführung wechselt: Einmal spielte das Akkordeon die erste Stimme, dann ging sie zum Marimba und weiter zum Kontrabass. Wechselnde Akzente oder eben «Shifting Accents». Dies war bereits bei Vivaldis Flötenkonzert deutlich zu hören. Das barocke Stück erhielt durch die ungewohnte Instrumentierung eine neue Dynamik, die die Hörer faszinierte. Im Largo wurde die Flötenstimme vom Akkordeon gespielt, im Allegro Molto wechselte sie zum Marimba. Der Kontrast von Vivaldi zur zeitgenössischen Komposition von Schwartz liess die Zuhörer aufhorchen.

Dagegen erzeugte das Stück des estnischen Komponisten Arvo Pärt im zweiten Teil des Konzerts eine meditative, beinahe hypnotische Stimmung. Pärt gilt als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten neuer Musik und hat 1978 «Spiegel im Spiegel» geschrieben. Fast atemlos verfolgten die Zuhörer die geheimnisvollen Klänge des romantischen Werks, das mit seinen leisen Tönen eine Herbststimmung evozierte, wo Nebelschleier durchwebt von Sonnenstrahlen über einem Waldsee schweben.

Tango Nuevo und Musette Neuve

Eine andere Facette der Aufführung bildeten die verschiedenen Tangos vom Altmeister des Tango Nuevo, Astor Piazzolla, Nino Rotas Tango aus «I Clowns» bis hin zur Musette Neuve des französischen Jazzmusikers und Komponisten Richard Galliano. Tangaria oder Chat pître (Deutsch: die Katze, welche Faxen macht) sind typisch für Gallianos Stil. Obwohl seine Musik im ³/4-Takt geschrieben ist, vermittelt sie mit den Synkopen den Eindruck des ?/8-Taktes eines Tangos.

Auch die Zugabe «Fou Rire» (verrücktes Lachen), die das Trio Dacor den begeistert applaudierenden Zuhörern bot, ist von Galliano.