Müllers Wahl hätte Auswirkungen bis in ein Altstätter Wohnquartier

ALTSTÄTTEN. Sollte der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller im zweiten Wahlgang den Sprung in den Ständerat schaffen, würde eine kleine Kettenreaktion mit interessantem Endergebnis einsetzen.

Gert Bruderer
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ALTSTÄTTEN. Sollte der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller im zweiten Wahlgang den Sprung in den Ständerat schaffen, würde eine kleine Kettenreaktion mit interessantem Endergebnis einsetzen.

Müller ist ja als Nationalrat gewählt. Sollte er am Sonntag den SP-Mann Paul Rechsteiner aus dem Ständerat verdrängen, würde Müllers Sitz im Nationalrat frei.

Besetzen dürfte diesen Nationalratssitz jener SVP-Vertreter, der bei den Nationalratswahlen Mitte Oktober von den Nichtgewählten der Beste war, also der Bernecker Mike Egger, der 46 364 Stimmen erhielt und dem somit nur 600 fehlten.

Angenommen, Müller wird Ständerat und Egger rückt für ihn in den Nationalrat nach, wird wiederum Eggers Sitz im Kantonsrat frei. Besetzen dürfte ihn wieder ein SVP-Vertreter – und das wäre Thomas Eugster, der Altstätter Ortsparteipräsident.

Eggers Erbe wäre Eugster

Thomas Eugster war bei den letzten Kantonsratswahlen im Jahr 2012 auf der SVP-Liste zwar «nur» der Drittbeste der Nichtgewählten, hinter den ebenfalls nicht gewählten Kandidaten Peter Kuster und Daniel Ritter.

Kuster hat jedoch (für den zurückgetretenen Oskar Gächter) in den Kantonsrat nachrücken dürfen, und der aus Rebstein stammende Daniel Ritter hat das Rheintal längst verlassen; also wäre Eugster an der Reihe, einen allenfalls frei werdenden Sitz zu erben.

Sollte es zu diesen Wechseln kommen (Müller also Ständerat, Mike Egger Nationalrat und Thomas Eugster Kantonsrat werden), hätte dies einen aussergewöhnlichen Nebeneffekt: Im Oberstufenschulrat von Altstätten sässen fortan nicht weniger als drei Kantonsräte.

Schon heute gehören Altstättens Oberstufenschulrat zwei Kantonsräte an: SP-Parlamentarier Remo Maurer präsidiert den Schulrat, CVP-Vertreter Michael Schöbi sitzt ebenfalls in diesem Gremium. Thomas Eugster, der bei den letzten Schulratswahlen neu in den siebenköpfigen Schulrat gewählt wurde, wäre in diesem der dritte Kantonsparlamentarier.

Vermittler ganz nahe

Sollte Eugster tatsächlich in den Kantonsrat nachrücken, könnte dies auch in ein Altstätter Wohnquartier etwas politischen Zündstoff bringen. Denn Maurer und Eugster (die sich privat gut verstehen, wie Maurer versichert) wohnen nur ein paar Häuser entfernt voneinander.

Falls dereinst im Quartier des (nicht ganz rechts aussen stehenden) Eugster und des (nicht ganz links aussen stehenden) Maurer politisch die Fetzen fliegen, könnte allenfalls ein Richter schlichten:

Dominik Gebert, der in einer Kampfwahl fürs Kreisgericht Rheintal kandidiert, wohnt nämlich ebenfalls in Remo Maurers und Thomas Eugsters (Langacker-)Quartier.