«Mühleberg» sofort schliessen

MARBACH. Am gestrigen Neujahrsapéro der Grünliberalen Partei Rheintal war «Energie» das Hauptthema. Nationalrätin Margrit Kessler referierte über den Super-Gau in Fukushima.

Bea Sutter
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Die Grünliberale Partei Rheintal traf sich gestern Abend zum Neujahrsapéro. Anschliessend hielt Nationalrätin Margrit Kessler (Bildmitte) ein Referat über ihre Eindrücke von der Reise nach Fukushima. Diese Katastrophe war der Auslöser für die Energiewende. (Bild: Bea Sutter)

Die Grünliberale Partei Rheintal traf sich gestern Abend zum Neujahrsapéro. Anschliessend hielt Nationalrätin Margrit Kessler (Bildmitte) ein Referat über ihre Eindrücke von der Reise nach Fukushima. Diese Katastrophe war der Auslöser für die Energiewende. (Bild: Bea Sutter)

Präsident Benno B. A. Stadler begrüsste gestern Abend die Mitglieder der Grünliberalen Partei Rheintal im Restaurant Krone im Marbach mit dem Vorlesen eines Mails von seinem Sohn, der zurzeit in Amerika weilt. Dem jungen Schweizer sei der aufgefallen, wie amerikanische Parteien nicht miteinander kommunizieren. Im Gegensatz zur Schweiz, wo die vielen Parteien gemeinsam nach Lösungen suchen. «Das ist der Charakter unseres Landes, und darauf dürfen wir stolz sein», so Stadler. 2015 werde ein anspruchsvolles Jahr werden, sehen doch im Herbst die Nationalratswahlen an und im Februar 2016 die Kantonsratswahlen. Zudem erfolgt am 8. März auch die Abstimmung über die von der glp lancierte Volksinitiative «Energie– statt Mehrwertsteuer».

Initiative als Alternative

Die ganze Energiewende ist zurückzuführen auf den Super-Gau von Fukushima. Margrit Kessler hat im Oktober das Katastrophengebiet mit Parlamentariern besucht. Ihre Schilderungen in Wort und Bild lösten grosse Betroffenheit in der Runde aus. Kinder, die nicht draussen spielen dürfen, verstrahlte Felder und Wälder, unbewohnbare Häuser – die Menschen leben viele Kilometer entfernt in Provisorien. Normalität wird es in dieser Zone nicht mehr geben. «Jetzt wollen die Japaner einen Eiswall um die Reaktoren bauen», sagte Margrit Kessler kopfschüttelnd. «Das bestärkt mich in der Haltung, dass das Kernkraftwerk Mühleberg sofort geschlossen werden muss». Es seien genügend alternative Energien vorhanden, um auf «Mühleberg» verzichten zu können. Die Nationalrätin kommt auf die Volksinitiative «Energie – statt Mehrwertsteuer» zu sprechen. Margrit Kessler erklärt: «Wir hätten die Initiative gern zurückgezogen, wenn der Bundesrat einen indirekten Gegenvorschlag mit einer Lenkungsabgabe (Steuern für Uran, Kohle, Öl, Gas) gemacht hätte. Die Initiative sei die Folge auf die Ablehnung der Lenkungsabgabe.