Motorsport trifft auf Bergidylle

WALZENHAUSEN. Mehr als 10 000 Zuschauer stürmten am Wochenende Walzenhausen, den «Balkon über dem Bodensee», wo auf der Strasse nach Lachen der dritte historische Bergsprint stattfand.

Gerhard Huber
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Am Start: Phantastische Fahrmaschinen aus allen Epochen der Motorsportgeschichte. (Bild: Ulrike Huber)

Am Start: Phantastische Fahrmaschinen aus allen Epochen der Motorsportgeschichte. (Bild: Ulrike Huber)

Die Ferraris, Lamborghinis, Porsches und viele andere hatten vor der Startlinie Aufstellung genommen. Phantastische Fahrmaschinen aus allen Epochen der Motorsportgeschichte. Vom Oldtimer mit Speichenrädern über die Tourenwagen der Siebzigerjahre bis zu den Formel-2-Rennzigarren. Aufgeräumt motiviert grummeln die Motoren im Standgas vor sich hin, jetzt schon Grosses verheissend. Fahrer und Maschine warten auf das Startzeichen. Dann Vollgas. Das Aufbrüllen der Pferdestärken. Die Welt steht kurz still, dann verschwimmt sie, wenn sich die hubraumstarken Gefährte unter Donnergrollen den Berg hinaufkatapultieren. Den Geruch von Spezialbenzin und verbrannten Reifengummis hinterlassend.

Und die Kurven hinauf nach Lachen an den Grenzen der Physik im Drift über alle vier Räder schiebend bewältigen.

Oldtimer und Boliden

Mehr als 10 000 Zuschauer liessen sich dieses Spektakel nicht entgehen und säumten die knapp zwei Kilometer lange Strecke. Jubelten den Herrenfahrern auf ihren beinahe noch an Pferdekutschen erinnernden Oldtimern, den Sportwagenpiloten in ihren nur für den Zweck der Vernichtung von Zeit und Strecke gebauten Spezialrennwagen und den tapferen Motorradfahrern in ihren schwarzen Lederkombis auf den historischen Hondas, Indians, Moto-Guzzis und Harleys zu.

Die Zuschauer wurden grossteils vom Hauptparkplatz in Rheineck-Buriet mit Shuttle-Bussen an die Strecke gebracht. Zahllose ehrenamtliche Helfer sorgten bereits im Vorfeld der Veranstaltung für perfekte Bedingungen. So musste die gesamte Strecke mit Strohballen und Betonleitschienen, mit Trenngittern und eigens errichteten Fussgängerübergängen abgesichert werden. Es waren die Verpflegungsstationen und Tribünen aufzubauen, die Fahrerlager einzurichten und für die Werbung zu sorgen. Viel Arbeit für das Organisationskomitee um Präsident Erwin Steingruber.

Durchdrehende Räder

Die Teilnehmer an der Veranstaltung, ob Zuschauer, Helfer oder Piloten, waren begeistert. Von der Strecke, dem Ambiente, dem zumindest am Samstag perfekten Wetter. Und natürlich von den Hauptdarstellern dieses Wochenendes, wie zum Beispiel dem Dodge Dart, Bj. 1973, des Staaders Michael Tobler, ein 620-PS-Monster noch ohne ABS oder EPS, das von Tobler aus Prinzip quer und mit durchdrehenden Rädern durch alle Kurven bewegt wurde. Gefragt, wie viele Reifensätze er denn an diesem Wochenende verbraucht habe, grinste der Staader breit, er habe ganz harte Slicks aufgezogen, die würden schon halten. Schliesslich ist ja gerade auch der Duft von verbranntem Gummi ein Wohlgeruch für Race-Fans. Und alle, Zuschauer und Fahrer, waren fasziniert und werden in drei Jahren zum nächsten historischen Bergsprint gerne wiederkommen. • BERGSPRINT 41

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