MOTORSPORT: Siebers sind schneller als viele andere

Ausserhalb ihrer Szene sind sie den wenigsten Rheintaler Sportfans ein Begriff, dabei bringen sie ansehnliche Leistungen in internationalen Wettbewerben: Die Widnauer Brüder Norbert und Reto Sieber sind schnell unterwegs. Schneller als viele Gegner.

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Reto Sieber mit seinem Lotus Exige Sport 380 in Eichenberg. (Bild: Austria Racing Pics Vorarlberg)

Reto Sieber mit seinem Lotus Exige Sport 380 in Eichenberg. (Bild: Austria Racing Pics Vorarlberg)

Etwas Neues sind Lotus-Meisterschaften ja nicht, obwohl der Lotus V6 Cup Suisse in seiner heutigen Form vor Kurzem neu lanciert wurde: Bereits im letzten Jahrzehnt gab es sie, und schon damals waren die Widnauer Brüder Norbert und Reto Sieber erfolgreich unterwegs. Das ganze Jahrzehnt lang, von 2000 bis 2010. Nun ist die Lotus-Meisterschaft zurück: Nicht als offizieller Markenpokal, wie Initiant und Teamleiter Norbert Sieber auf der Webseite des Cups schreibt, «aber trotzdem als eine Bereicherung für die Schweizer Breitensportszene».

In dieser Saison bestritten die beiden Widnauer sämtliche Rennen des neuen Lotus V6 Cup Suisse. Parallel dazu nahmen sie auch am RRCV Vorarlberger Drytech Race Automobilcup teil. Diese Meisterschaft mag zwar einen etwas kryptischen Namen haben, hat mittlerweile aber immerhin internationalen Status erreicht: Die Teilnehmer stammen aus der Schweiz, aus Österreich, Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein sowie Italien.

Slaloms, Rundstrecken und Bergrennen

2017 war für die Widnauer Motorsportler eine äusserst vielfältige Saison. Die Fahrer – und nicht zuletzt ihre Wagen – wurden in mehreren Disziplinen getestet und mussten ihr ganzes Können mobilisieren, um zu Punkten für die Gesamtwertung zu kommen. Einige Beispiele: In Frauenfeld und Saanen standen Slaloms auf dem Programm, in Chenevières und Anneau du Rhin (beide Frankreich) jeweils ein Rundstreckenanlass. In Österreich, in Damüls, Gargellen und Eichenberg, gab es drei spektakuläre Doppelbergrennen.

Diese gehörten auch zum RRCV Vorarlberger Drytech Race Automobilcup, was Norbert und Reto Sieber dazu verleitete, an beiden Meisterschaften teilzunehmen. Mit Erfolg, wie die vielen Podestplätze beweisen.

Der V6-Cup richtet sich an Besitzer von Lotus-V6-Modellen der Serien Exige und Evora. Es wird in zwei Klassen (Production und Open) mit identischen Fahrzeugen gefahren. Norbert startete mehrheitlich mit einem Lotus Evora 400, während sein Bruder Reto die Rennen mit einem Lotus Exige Sport 380 bestritt. Auch im RRCV-Cup, der kein reines Lotus-Rennen ist, traten die Widnauer mit diesen Wagen an – und mussten sich gegen teils deutlich stärkere Fahrzeuge wie etwa ein Porsche Turbo, ein Audi R8 oder eine Corvette bewähren.

Podestplätze, Rennsiege und ein GTS-Doppelsieg

Dies hielt die beiden nicht davon ab, beiderorts stark abzuschneiden. Sie fuhren mehrere Podestplätze und Siege heraus.

Norbert gewann den Slalom des RRCV-Cups in St. Gallenkirch. Zweite Plätze holte er in Frauenfeld, Saanen, Chenevières und in Damüls, dazu kommt ein dritter Rang in Eichenberg. Mit diesen Ergebnissen holte Norbert Sieber den dritten Rang im Gesamtklassement des V6-Cups. Reto gewann die beiden Rennen in Gargellen und eines in Damüls, wo er im zweiten Rennen ebenso wie in Röthis Zweiter wurde. In Eichenberg wurde er Dritter.

In der Klasse GTS holte Reto damit den Sieg vor Norbert – in der RRCV-Gesamtwertung belegten sie damit die Ränge fünf und acht.

In Gargellen stand mit Andreas Sieber ein weiterer Sieber – nicht verwandt mit Norbert und Reto – im Einsatz. Der frühere Lotus-Cup-Gesamtsieger stellte bei seinem einzigen Bergeinsatz der Saison sein Fahrkönnen einmal mehr unter Beweis und fuhr einen souveränen Sieg heraus.

Es geht in vielen Rennen um Zehntelsekunden

Der Plan des nächsten Lotus V6 Cup Suisse steht jetzt schon, auf der Homepage sind bereits die ersten Renntermine für 2018 ersichtlich. Reto Sieber, technischer Kommissar der Serie, gefällt besonders, dass viele seiner alten Lotus-Rennfahrerfreunde wieder dabei sind. Neben dem Wettbewerb sei früher schon stets auch die Kameradschaft aktiv gepflegt worden.

Reto Sieber erklärt: «Im neuen V6-Cup finde ich genau dieses Umfeld wieder. Zudem fahren wir mit attraktiven, gleichwertigen Fahrzeugen zum Teil um Zehntelsekunden gegeneinander.» (rez/pd)

www.lotus-v6-cup-suisse.ch