MOTOCROSS: Mit Vollgas über Stock und Stein

Auch die 33. Ausgabe des internationalen Motocrosses Oberriet bot wieder viele spektakuläre Szenen. Über 2000 Motorsportenthusiasten pilgerten an die Rennstrecke zwischen Montlingen und Kriessern.

Gerhard Huber
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Der Schlamm muss spritzen, die Motoren aufheulen. Die über 2000 Motorsportbegeisterten am Streckenrand bekamen das volle Programm geboten. (Bilder: Ulrike Huber)

Der Schlamm muss spritzen, die Motoren aufheulen. Die über 2000 Motorsportbegeisterten am Streckenrand bekamen das volle Programm geboten. (Bilder: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Schon von weitem ist ein wütendes Summen wie von einem Schwarm Hornissen zu hören. Die Wiesen östlich der Kartbahn in Montlingen hatten sich quasi über Nacht in eine Motocross-Rennstrecke verwandelt. Mit riesigem Fahrerlager, schliesslich durfte man über 330 Fahrerinnen und Fahrer zwischen vier (!) und 65 Jahren begrüssen, die in neun Klassen um gute Ergebnisse kämpften. Wo vorher noch Acker war, gruben die modernen Ritter auf ihren mechanischen Streitrössern im Laufe des Tages tiefe Furchen in die Erdkrume.

Brutale Schläge durch die tiefen Rillen

«Die Strecke ist sehr schwer zu fahren», erzählte ein sichtlich von seinem Renneinsatz ge­zeichneter Pascal Imoberdorf, zugleich auch OK-Präsident, «durch die vielen tiefen Rillen gibt es bei schneller Fahrt brutale Schläge. Aber die Piste ist in einem perfekten Zustand. Durch den Regenguss gestern müssen wir nicht bewässern, um übermässige Staubentwicklung zu vermeiden. Gleichzeitig ist es auch nicht schlammig. Also ein optimaler Töggeliboden.» Besonderen Dank würden die Organisatoren den Landwirten schulden, die ihre Böden problemlos zur Verfügung stellten. Imoberdorf zu diesem Thema: «Montags ist alles wieder abgebrochen, da wird durchgepflügt, eingesät und in drei Wochen erinnert nichts mehr an unseren Sportevent.»

Attraktiver Motorsport mit allem, was dazugehört

Am Samstag war von landwirtschaftlicher Ruhe nichts zu spüren. Ab zehn Uhr bis in den Abend hinein drifteten, sprangen und pflügten sich die Motocrosser, viele von ihnen auch aus Österreich und Deutschland, durch die vielen Läufe und boten den Zuschauern attraktiven Motorsport mit allem, was dazugehört.

Wobei sowohl die SAM-Junioren-Open wie auch die erstmals in Oberriet am Start befindlichen Motocrosserinnen vom Swiss MX Women Cup zur SAM-Meisterschaft zählten. Und redet man von Damen im Motocross, so redet man automatisch von den drei Schwestern Nina, Michelle und Katja Zünd aus Kriessern, die schon seit längerem die Schweizer Motocrossszene aufmischen. Auch am Samstag gab es tolle Platzierungen. Während Virginie Germond aus Genf beide Läufe gewann, kamen je einmal Nina Zünd sowie Michelle Zünd auf dem guten sechsten Platz ins Ziel.

Kehl und Thür halten mit der Schweizer Elite mit

Bei den SAM-Junioren-Open klassierte sich Silvio Kehl aus Eichberg als Zehnter mitten unter der Schweizer Elite. Im zweiten Lauf war es Sandro Thür aus Montlingen, der mit dem zwölften Platz die Ehre der Rheintaler Teilnehmer rettete.

Während sich die einen danach von den Strapazen des Tages erholten, liessen andere bei der After Race Party im Festzelt die Korken knallen.