MOTOCROSS: Dumpfes Bollern ist das neue Kreischen

In Möggers fand die Seitenwagen-WM statt – erstmals seit 25 Jahren wieder in Vorarlberg. Der Eichberger Silvio Kehl startete als Solofahrer im Begleitprogramm.

Gerhard Huber
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Silvio Kehl aus Eichberg (Nummer 63) an seinem Heimrennen: «Die Strecke in Möggers bietet alles, was sich ein Motocrossfahrer wünscht.» (Bild: Ulrike Huber)

Silvio Kehl aus Eichberg (Nummer 63) an seinem Heimrennen: «Die Strecke in Möggers bietet alles, was sich ein Motocrossfahrer wünscht.» (Bild: Ulrike Huber)

Dem MC Möggers ist es gelungen, den Grossanlass auf die vereinseigene, permanente Rennstrecke zu holen. Im Gegensatz zu früher, als noch grossvolumige Viertakter ohne Schallschutz im wahrsten Sinn des Wortes den Ton angaben, wurden am Wochenende lärmgedämmte Zwei- und Viertakter mit maximal 900 ccm gefahren. Diese Maschinen geben ein angenehm dumpfes Bollern von sich.

Die älteren Motorsport-Aficionados würden sie gerne wieder hören, die Maschinen aus einer irgendwie lockereren Zeit; ihr Brüllen, Kreischen, Fauchen, die ehrliche Melodie blank liegender Technik, die alles weglassen durfte, das nicht der reinen Kraft und Schnelligkeit diente. Aber vorbei. Motocross hat es nur dank Auflagen und Einschränkungen geschafft, wieder gesellschaftstauglich zu sein.

Fanclubs aus ganz Europa tauchten in Möggers auf

Eine riesige Zuschauermenge, darunter Fanclubs aus allen Ecken Europas, bejubelten ihre in Staub getauchten Helden. Sie umkreisten die auf einem grossen Hang mit vielen steilen Passagen, gewaltigen Sprüngen und engen Kurven gebaute Strecke.

Eine richtige Naturarena, in der es für die Besucher viele schöne Plätze mit Sicht auf einen grossen Teil der Strecke gibt. «Unsere Piste enthält alles, was sich ein Motocrossfahrer wünscht», lobt auch Silvio Kehl aus Eichberg, der für den MC Möggers fährt, seine Heimatstrecke. «Der Parcours ist anspruchsvoll, schnell, attraktiv, und dennoch auch für Nichtprofis geeignet.»

Zweimal in der Woche kann Silvio Kehl hier auf seiner Yamaha 250 trainieren. Am Samstag ging er in zwei Läufen im Rahmenprogramm in der Kategorie International Club Open an den Start, konnte seine Streckenkenntnis aber nicht ganz in ein gutes Ergebnis ummünzen und landete bei beiden Starts im Mittelfeld des 33 Starter starken Feldes. Dennoch war der Elektro-mechaniker mit seiner Leistung zufrieden. «Beim Start hatte ich jeweils etwas Probleme und fiel einige Plätze zurück, die ich dann nicht mehr gutmachen konnte, aber ansonsten ist es gut gelaufen.»

Einmaliges Gastspiel des WM-Zirkus’ in Möggers

Allerdings war dieses Gastspiel des Seitenwagen-WM-Zirkus’ wohl einmalig. Wie von führenden Funktionären des Veranstalters MC Möggers zu hören war, wird man nächstes Jahr zur Tradition zurückkehren und wieder das ADAC-Motocross-Weekend veranstalten. Zu hoch waren die zu erfüllenden Auflagen, zu hoch das Budget und die für die Durchführung gebrauchte Manpower, als das man sich den Aufwand noch einmal antun will.

Dieser Schritt zurück bietet auch einen Vorteil: Beim ADAC-Weekend wird man wieder mehr Rheintaler Crosspiloten am Start sehen.

Gerhard Huber