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Rheintaler will Sechsfachmord aufgeklärt haben – örtliche Polizei glaubt ihm nicht

Dölf Köppel ist überzeugt, in seinem Buch «Die Lerchenstimme» einen Sechsfachmord aus Deutschland gelöst zu haben, doch die lokale Polizei wehrt sich. Der Hobbyautor wird nun mehrfach aus seinem Werk lesen.
Chris Eggenberger
Dölf Köppel hat die Tatwaffen aus dem Jahr 1922 originalgetreu rekonstruiert. (Bild: ce)

Dölf Köppel hat die Tatwaffen aus dem Jahr 1922 originalgetreu rekonstruiert. (Bild: ce)

Es war eines der brutalsten Verbrechen überhaupt im deutschsprachigen Raum; trotzdem gilt der Fall «Hinterkaifeck», der Mord an einer sechsköpfigen Familie aus Bayern, bei den Behörden seit knapp 100 Jahren als ungelöst. Zahlreiche Dokumentarfilme und Bücher versuchten, Erklärungen zu finden – erfolglos. Ausgerechnet ein Schweizer will das Puzzle nun richtig zusammengesetzt haben. Doch der Weg zur Wahrheit ist steinig, weiss Hobbyautor Dölf Köppel. Der Widnauer stiess per Zufall im Fernsehen auf den Fall. Einmal im Bann, liess ihn die Geschichte nicht mehr los. Nach jahrelanger Recherchearbeit, zahlreichen Besuchen des Tatorts sowie dem Nachbauen der Tatwaffen war für den hauptberuflichen Garagentorverkäufer klar, wer dieses grausame Verbrechen begangen haben muss. Nachdem ihm jedoch die Polizei nicht glaubte, entstand in sechs Jahren Arbeit aus den Erkenntnissen schliesslich sein literarisches Debüt im Jahr 2017: Der Krimithriller «Die Lerchenstimme» beschreibt die Geschichte der Familie bis in tiefe Details, Brutalitäten miteinbegriffen. «Mein Schreibstil ist authentisch und brutal. Ich will beim Leser echte Emotionen auslösen», meint Köppel.

Von Interpol gesucht

Der Hobbyautor ist sich zu 99 Prozent sicher, den richtigen Mörder gefunden zu haben. Zu Beginn hatten seine Nachforschungen durchaus Wirbel erzeugt; die Polizei hatte ihn auf Befehl der internationalen Kriminalpolizei Interpol zur Befragung vorgeladen. Die Behörden in Deutschland anerkennen die Indizien-Auswertung des Buches allerdings bis heute nicht. Dölf Köppel wundert sich über die ausbleibende Reaktion der Deutschen, da er sowohl Tathergang als auch Motiv und Vorgeschichte erklärt. Knapp 20 Indizien auf den Mörder hatte der Autor schlüssig zusammengeführt. Als Grund für die Zurückhaltung mutmasst Köppel, dass die örtlichen Behörden sich nicht von einem ausländischen Hobbydetektiv übertrumpfen lassen wollen.

Inzwischen arbeitet Dölf Köppel zudem mit einem Münchner Anwalt zusammen, der ihm helfen soll, die Aufmerksamkeit von Zeitungen oder Krimiserien im Fernsehen wieder auf den Fall zu lenken. Er habe schon einige Kontakte knüpfen können, auch hier aber noch ohne konkretes Resultat.

Hoffnung auf Jubiläum

In drei Jahren wird sich die Tat zum 100. Mal jähren. Köppel erklärt: «Auch wenn der Mörder nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, kämpfe ich weiter dafür, die Ehre der ermordeten Familienmitglieder wiederherzustellen.» Er hofft, dass die Aufmerksamkeit des Jubiläums den Druck auf die zuständigen Behörden erhöht, seine Erkenntnisse ernst zu nehmen. Überrascht habe ihn nach der Veröffentlichung der kleine finanzielle Ertrag eines Buches. Doch positive Rückmeldungen und die Zustimmung von am Fall interessierten Menschen seien genug Lohn, sagt Köppel. Auch seine Lesungen, im Rheintal und im Nachbardorf des Tatorts, mache er aus Freude, nicht wegen des Geldes.

Hinweis

Freitag, 1. Februar, um 18.30 Uhr im «Hecht» in Widnau: Adolf Jakob Köppel liest aus «Die Lerchenstimme».

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