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Montlinger spielt im Nationalteam

Der 15-jährige Jan Wörnhard spielt beim FC St. Gallen und der Schweizer Nationalmannschaft in der U16. Der Abwehrspieler möchte eine Profikarriere einschlagen. Dafür und für einen schulischen Abschluss arbeitet er hart.
Mäx Hasler

Wer erinnert sich noch an den Verteidiger Hilmar Zigerlig aus Montlingen, der in den 60er- und 70er-Jahren bei GC, Winterthur und Zürich als sogenannter Eisenfuss die Stürmer der Nationalliga A in Angst und Schrecken versetzt hat?

Bald könnte ein weiterer Montlinger Verteidiger in der höchsten Liga von sich reden machen. Dem 15-jährigen Jan Wörnhard wird nämlich von Experten eine rosige Zukunft als Fussballer nachgesagt. Zuerst kommt aber die berufliche Ausbildung. Das Talent ist in der glücklichen, aber auch anstrengenden Lage, seine berufliche und fussballerische Zukunft unter einen Hut zu stecken. Er besucht die Fussball-Akademie des FC St. Gallen.

Über Rheintal-Bodensee zum FC St. Gallen

Seine noch junge Karriere begann Jan Wörnhard als F-Junior beim FC Montlingen, bei dem er drei Juniorenstufen durchlief. Von der U11 bis zur U13 spielte er für die Regionalauswahl Rheintal-Bodensee. Damit war er bereits innerhalb des Gebildes Future Champs Ostschweiz; der FC St. Gallen wurde auf ihn aufmerksam und lud ihn zu Probetrainings ein. Mit der St. Galler U13 bestritt Jan darauf internationale Turniere in Graz, Kitzbühel, Stuttgart und Lugano.

Um Schule und Sport weiter in Einklang betreiben zu können, musste Jan Wörnhard die Aufnahmeprüfung in den Campus der Future Champs Ostschweiz in Bürglen TG bestehen. Das schaffte er. Der Prüfungserfolg bedeutete, dass er die FCSG-Akademie besuchen kann – aber auch, dass Jan sein Zuhause in Montlingen verlassen musste. «Zuerst war mein Sohn nicht begeistert vom Wohnortwechsel. Er hat aber eine tolle Gastfamilie gefunden, und inzwischen hat er sich in Bürglen gut eingelebt», sagt seine Mutter Corinne Wörnhard.

Ein gewöhnlicher Schultag in der Akademie beginnt um 7.30 Uhr. Nach drei Stunden Schule wird bis zur Mittagspause trainiert. Am Nachmittag gibt's nochmals rund zwei Stunden Unterricht, nach 16 Uhr reisen die Fussballer des FC St. Gallen mit dem Zug ins Gründenmoos (Fahrzeit knapp eine Stunde). Bis 19 Uhr trainieren die Kicker in St. Gallen, dann geht's wieder zurück nach Bürglen. Es sind ausgefüllte Tage.

Einziger Rheintaler Nachwuchs-Nationalspieler

Inzwischen spielt der Liverpool-Fan in der U16-Mannschaft des FC St. Gallen, wo er ein Stammspieler ist. Zudem ist Jan Wörnhard, dessen Vorbild der Brasilianer David Luiz ist, einer von aktuell zwölf Schweizer Nachwuchs-Nationalspielern der Future Champs Ostschweiz (FCO) – als einziger Rheintaler. Drei FCO-Kollegen spielen mit ihm im U16-Nationalteam; ein Thurgauer, ein Wiler und ein Appenzeller.

Seine ersten zwei Länderspiele bestritt Jan Wörnhard in Schottland, wo die Schweizer gegen den Gastgeber 2:0 und 4:0 siegten. Der letzte internationale Einsatz des 1,73 m grossen und 67,2 kg schweren Defensivspielers fand Anfang September gegen Italien statt. Nach einer 0:4-Niederlage im ersten Spiel steigerte sich die Schweiz im zweiten Match zu einem 1:1. Heute Donnerstag spielt die Schweizer U16-Nati gegen Norwegen, das erste Spiel zwei Tage zuvor war 2:5 verloren gegangen. Jan Wörnhard ist allerdings nicht dabei, er muss wegen einer Verletzung passen – Fussballerleben.

Bei Jans internationalen Einsätzen ist immer die ganze Familie Wörnhard dabei, bei den Meisterschaftsspielen des FCSG-Nachwuchses gegen die Alterskollegen von Basel, GC, FC Zürich, Servette oder Sion schaut meistens Vater Urs Wörnhard zu, der früher als Verteidiger beim FC Montlingen gespielt hat. Zuletzt wurden die nach Verlustpunkten die Tabelle anführenden Grasshoppers mit 5:4 besiegt.

Das Team mit dem Namen FCO St. Gallen/Wil belegt nach neun Spielen den sechsten Platz in der 14er-Liga. Diese Klassierung würde genau reichen, um die Finalrunde bestreiten zu können.

Für Jans Vater Urs Wörnhard, der nebst Montlingen auch bei Balzers und Widnau gespielt hat, ist eine solide Grundausbildung wichtiger als die fussballerische Karriere seines Sohnes: «Jan soll zuerst etwas lernen, dann darf er machen, was er will. Ich unterstütze ihn dabei, so gut es geht.» Diese Ausbildung absolviert der 15-Jährige ab nächstem Jahr an der United School of Sports in St. Gallen mit einem zweijährigen Schulbesuch und einem ebenso langen Praktikum.

Jan Wörnhard steht zwar mit beiden Beinen auf dem Boden. Er träumt, respektive hofft aber von einer glorreichen fussballerischen Zukunft. Auf die Frage, wo er wohl in fünf Jahren spiele, hat er eine konkrete Antwort: «Ich hoffe, in der ersten Mannschaft des FC St. Gallen. Natürlich möchte ich später auch im Ausland spielen, aber damit habe ich noch Zeit: Der FCSG kommt zuerst.»

Bereits ein Angebot aus England erhalten

Unrealistisch ist dieses Ansinnen nicht, zumindest wenn er von schweren Verletzungen verschont bleibt. Den Traum, im Ausland zu spielen, hätte sich der Montlinger gar bereits erfüllen können. Kürzlich sind nämlich Vertreter eines Schweizer Grossclubs sowie eines englischen Spitzenteams an die Familie herangetreten, um ihn zu einem Wechsel zu bewegen.

Die Namen der betreffenden Vereine möchte Jan Wörnhard nicht preisgeben, Angeberei ist ihm fremd. Aber der Schreiber dieser Zeilen, der den Namen des englischen Vereins kennt, weiss: Er besitzt mehr Strahlkraft als zum Beispiel Stoke City.

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