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Keine Strafe für Montlinger Cup-Flitzer – Verband: «Wir wollen nicht nur die Bösen mit den Bussen sein»

Das Cupspiel zwischen dem 2.-Liga-Club Montlingen und dem FC Basel bleibt als rauschendes Fussballfest in Erinnerung. Einzig die drei Flitzer störten wie ein «Tolggen im Reinheft». Nun lässt der Schweizer Fussballverband Gnade vor Recht ergehen.
Hildegard Bickel
Aus dem Publikum lösten sich drei Flitzer, die während des Cupspiels mit nacktem Oberkörper über das Spielfeld rannten. (Bild: Archiv/ys)

Aus dem Publikum lösten sich drei Flitzer, die während des Cupspiels mit nacktem Oberkörper über das Spielfeld rannten. (Bild: Archiv/ys)

Kurz vor dem Schlusspfiff des Cupspiels auf dem Kolbenstein kam es zu einem Unterbruch. Mit entblösstem Oberkörper rannten drei Männer über das Spielfeld. Zwei von ihnen verschwanden über einen Zaun, der Dritte stellte sich vor der Basler Fan-Tribüne auf und wurde vom Sicherheitsdienst abgeführt. Im Bericht eines Delegierten des Schweizer Fussballverbandes ist der genaue Zeitpunkt des Vorfalls notiert. 20.01 Uhr und 20.03 Uhr am Samstag, 18. August. Die Szene blieb jedoch ohne Einfluss auf das Spiel, das Montlingen 0:3 verlor. Statt zu büssen, drücken deshalb die Verantwortlichen beim Verband ein Auge zu.

Tolerant gegenüber Verein vom Land

Flitzer müssen üblicherweise mit einer Busse rechnen. Die Situation nach dem Cupspiel wurde denn auch mit einem Juristen beurteilt. «Geschätzt hätte eine Busse pro Person einige hundert Franken gekostet», sagt Daniel Rodriguez, Mitarbeiter beim Rechtsdienst des Schweizer Fussballverbandes. «Doch wir gewichten im Cup anders als beispielsweise bei einem Spiel in der Super League.»

Eine Busse wäre unverhältnismässig, denn die Flitzer gingen auf niemanden los und richteten keinen Schaden an. Zudem könne und müsse ein Zweitligaverein wie Montlingen nicht dieselben Sicherheitsvorkehrungen treffen wie ein höher klassierter Verein. Es zähle das Fussballfest. Der Cup profitiert von attraktiven David-gegen-Goliath-Begegnungen und soll den Gastgeber nicht in finanzielle Unannehmlichkeiten stürzen. «Wir wollen nicht nur die Bösen mit den Bussen sein», sagt Daniel Rodriguez. «Wir wägen jeden Fall einzeln ab.»

Flitzer entschuldigen sich für ihr Verhalten

Beim FC Montlingen ist man froh über das milde Urteil. «Es wäre schade gewesen, wenn wir nach dem grossen Aufwand noch eine Busse für die Flitzer kassiert hätten», sagt Fabian Elser, Leiter des Cup-Projektteams. «Insgesamt war der Verband sehr zufrieden mit dem Ablauf des Spiels und schätzte unsere Arbeit.»

Die drei Flitzer scheinen ihren ungebetenen Auftritt auf dem Spielfeld zu bereuen. Sie sind dem FC Montlingen bekannt und zeigten sich gegenüber dem Verein einsichtig. «Die Männer haben sich entschuldigt und hätten eine allfällige Busse bezahlt», sagt Patrick Zäch, Präsident des FC Montlingen. «Wenn sie schon einen solchen Blödsinn machen, sollen sie auch dafür gerade stehen.»

Patrick Zäch bezeichnet den Vorfall als schwache Stufe von Flitzen, mit ein paar Lachern, aber unnötig. Bald vier Wochen nach dem Cupspiel ist jetzt der Fall erledigt und das Warten auf eine mögliche Busse hat ein Ende.

Auch Pausen-Kick hat keine Konsequenzen

Im Sicherheitsbericht fällt nebst den Flitzern eine weitere Notiz auf. Sie betrifft einige Basler Fans, die während der Match-Pause auf dem Rasen Fussball spielten. Sie zogen sich wieder auf die Tribüne zurück, bevor die Spieler in die zweite Halbzeit starteten. Wie das Flitzen wäre auch dieses Verhalten ein Vergehen. «Doch es ist praktisch unmöglich, genug Zäune aufstellen, um solche Zwischenfälle zu verhindern», sagt Patrick Zäch, Präsident des FC Montlingen. Entsprechend hält auch hier der Schweizer Fussballverband fest, dass der Pausen-Kick der Fans keinen störenden Einfluss auf den Spielbetrieb ausübte und nicht gebüsst wird.

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