Montlingen schwindlig gespielt

Der FC St. Margrethen besiegt die Kolbensteiner mit 3:0 (2:0). Damit übernimmt die Mannschaft von Trainer Duvnjak von ihrem Gegner den dritten Platz. Gegen allerdings schwache Montlinger spielen die St. Margrether zeitweise brillant.

Yves Solenthaler
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Naim Memeti trifft zum 1:0 für den FC St. Margrethen, Verteidiger Sandro Lüchinger und Goalie Daniel Erlacher können nicht mehr eingreifen. (Bild: Yves Solenthaler)

Naim Memeti trifft zum 1:0 für den FC St. Margrethen, Verteidiger Sandro Lüchinger und Goalie Daniel Erlacher können nicht mehr eingreifen. (Bild: Yves Solenthaler)

FUSSBALL. «Der Sieg St. Margrethens war verdient», bilanzierte FCM-Trainer Jürgen Maccani. Er fügte aber auch an, dass der Match anders gelaufen wäre, wenn Bojaxhi und Rederer ihre Chancen beim Stand von 0:0 verwertet hätten.

St. Margrether Effizienz

Das stimmt wohl, und die anfängliche Effizienz der St. Margrether war beeindruckend: Um mit 2:0 in Führung zu gehen, brauchten sie genau zwei Torschüsse. In der 18. Minute lancierte Liridon Maliqi seinen Sturmpartner Naim Memeti mit einem feinen Pass, zwar kam Goalie Daniel Erlacher noch mit den Fingerspitzen an dessen Abschluss, konnte dem Ball aber keine Richtungsänderung mehr geben. Das zweite Tor entstammte einem weiten Pass, diesmal war Sheval Ljatifi der Abnehmer. Der Montlinger Captain Dominik Tiziani konnte ihn vorerst zwar stoppen, aber dank energischem Nachsetzen blieb Ljatifi am Ball, den er in der 24. Minute zum 2:0 im Tor versorgte.

Im Anschluss an diese Tore verdiente sich St. Margrethen die Führung erst. Eindrücklich zeigten die Spieler ihre technischen Fähigkeiten, und ihr Zusammenspiel überforderte die Montlinger Mal für Mal. Es war trotz einiger Absenzen erstaunlich, wie wenig die gut gestarteten Gäste den Gastgebern, die zum Frühjahrsauftakt zweimal verloren hatten, entgegensetzen konnten. Allerdings war es mit der St. Margrether Effizienz plötzlich vorbei: Maliqi scheiterte allein vor dem stark reagierenden Erlacher, und Ljatifis Schuss konnten die Gäste zum Eckball klären.

Die erste Halbzeit dauerte rund 50 Minuten, weil sie von zwei längeren Verletzungspausen unterbrochen wurde: In einem eigentlich fairen Derby prallten nach etwa 40 Minuten zuerst Besart Shoshi und Nino Scherrer zusammen. Der St. Margrether Captain fand dabei für einmal einen, der einen härteren Kopf hat als er: Während Scherrer weiterspielen konnte, musste Shoshi wegen einer Platzwunde einen Arzt zum Nähen aufsuchen. Wenig später prallten der Montlinger Argurian Bojaxhi und St. Margrethens Keeper Adnan Konjanovic zusammen, beide konnten aber weitermachen.

Montlinger Harmlosigkeit

Nach der Pause stellte Maccani um, beorderte Scherrer in den Sturm und schickte dafür Fabio Klingler als Absicherung nach hinten. Die Gäste griffen nun mit viel Power an, aber sie machten zu viele Fehler, um St. Margrethen in Bedrängnis zu bringen – Ausnahme war die 55. Minute, in der Florian Haltiner einen Eckball von Pascal Rederer an die Latte setzte. Danach kam von den Gästen nichts mehr, aber die Gastgeber verpassten mehrmals die Siegsicherung: Rijad Abazi vertölpelte seine Chance noch vor dem Montlinger Lattenkopfball und Maliqis Versuch wurde von Klingler vor der Linie wegspediert.

Doch ein Solo von Salvatore Forgia, der aus dem starken Kollektiv noch am ehesten herausragte, brachte nach 78 Minuten dennoch die Entscheidung. Die Entstehung des 3:0 wurde jedoch von mehreren Montlinger Stockfehlern begünstigt.

Trainer Dorde Duvnjak freute sich über den ersten Sieg seiner Spieler in diesem Jahr, der nach zaghaftem Beginn sehr überzeugend zustande kam. Einen Tolggen im Reinheft fand er aber zurecht: Drei gelbe Karten wegen Reklamierens und Unsportlichkeiten in einem überlegen geführten Spiel sind überflüssig.