MONTLINGEN: Leckerbissen, Ritter und Piraten

Die Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies gab am Freitagabend ihr Galakonzert im Wintergarten der CHT Switzerland.

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Das Galakonzert der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies bot ein weiteres Mal ausgezeichnete Blasmusik. (Bild: Ulrike Huber)

Das Galakonzert der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies bot ein weiteres Mal ausgezeichnete Blasmusik. (Bild: Ulrike Huber)

Das Galakonzert der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies konnte wie jedes Jahr die Zuhörer im voll besetzten Wintergarten der CHT Switzerland, des früheren Bezema-Gebäudes, positiv überraschen. Diesmal mit vielen Leckerbissen. Nicht nur musikalischer Art, sondern auch mit kleinen «amuse gueules», kleinen Appetithäppchen, die von den Kindern der Jungmu- sik vor jedem Musiktitel verteilt wurden. Brothappen, exotische Früchte, Schwarzwurzeln, Chorizo mit Oliven und Fleischbällchen. Immer passend zur je- weils folgenden Komposition. Von Conférencier Patrick Bühler jeweils mit einer ordentlichen Portion Humor angekündigt.

Typisch mittelalterliche Klänge

So gab es besonderes Brot mit Speck- und Rosmarinaroma vor «Ivanhoe» des belgischen Komponisten Bert Appermont. Eine in drei Sätzen musikalisch umgesetzte heroische Komposition, die sich mit Ehre und Stolz eines Ritters, mit der Schwierigkeit, sich zwischen Liebe und Loyalität zu entscheiden, und mit Blutrache befasst. Typisch mittelalterliche Klänge, Fanfaren, leise Oboen und Flöten wechseln mit bombastischer Hymnenmusik. Alles zusammen grossartig gespielt und präsentiert. Der seit einem Jahr im Amt befindliche neue Dirigent der Montlinger Blasmusiker, Matthias Beno, hatte die berührenden, leisen Momente dieses Musikstückes besonders gut herausgearbeitet und nahm seine Musiker auf eine gefühlsbetonte Reise mit.

Genauso bei «Pirates of the Carribbean» von Klaus Badelt. Eine Filmmusik der gleichnamigen Disney-Filmreihe mit Johnny Depp, die zumindest musikalisch mit der Karibik nichts zu tun hatte. Denn nichts war es mit karibischer Heiterkeit, mit Salsa, Rumba oder Reggae. Vielmehr kam auf die Zuhörer eine von der Musikgesellschaft perfekt gespielte symphonisch-dramatische Urgewalt zu. Ein episches Werk, das sich selbst in seiner Humorlosigkeit zu ernst zu nehmen scheint, trotzdem aber ob der Begeisterung, mit der die Musiker zu Werke gingen, den Besuchern viel Freude bescherte.

Lustige Parforcejagd über grüne blühende Wiesen

Dann aber wurde es heiter. Mit «Clarinets to the Fore», einer Gute-Laune-Polka mit Jazz- und Blues-«Einstreuseln». Ein Musikstück wie eine lustige Parforcejagd über grüne blühende Wiesen. Anschliessend klapperten die Kastagnetten, kam Dramatik auf wie beim Stierkampf. Lebensfreude pur im «Spanish Fever» von Jay Chattaway. Genauso lebensfreudig gespielt von der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies. Man spürte den Spass an der Sache und die Liebe zur Musik.

Regina Butenberg von der gastgebenden CHT Switzerland AG war es vergönnt, mit einer kleinen Laudatio den von der CHT dotierten diesjährigen Nach­wuchsförderpreis an Lena Würsch zu vergeben, die dann in den Reihen der Musikgesellschaft Platz nehmen und bei «Alexanders Ragtime Band» mit ihrer Trompete mitspielen durfte. Zum Abschluss präsentierte Präsidentin Erika Wüst mit ih­- ren Helferinnen und Helfern den inzwischen traditionellen Apéro.

Gerhard Huber