MONTLINGEN: Einzonung rückt in greifbare Nähe

Über die Baulandeinzonung südlich ans Industriegebiet Letzau wird schon seit zehn Jahren verhandelt. Nun schaut es so aus, als könnten die bauwilligen Unternehmen nächsten Frühling Spatenstich feiern.

Max Tinner
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Das Industriegebiet Letzau soll nach Süden, zum Dorf Montlingen hin, erweitert werden. Nicht zum ersten Mal stehen hier Bauvisiere. Doch nun besteht eine Chance, dass im Frühling tatsächlich gebaut werden kann. (Bild: Max Tinner)

Das Industriegebiet Letzau soll nach Süden, zum Dorf Montlingen hin, erweitert werden. Nicht zum ersten Mal stehen hier Bauvisiere. Doch nun besteht eine Chance, dass im Frühling tatsächlich gebaut werden kann. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Mehrere Gewerbebetriebe möchten schon seit geraumer Zeit im Industriegebiet Letzau bauen. Die Ortsgemeinde ist auch bereit, angrenzend an bestehende Industriebetriebe Boden zur Verfügung zu stellen. Das Problem: Besagte Fläche ist nicht als Industriezone eingezont, sondern ist sogenanntes «Übriges Gemeindegebiet». Damit hatte man sie zwar schon vor Jahren als Baulandreserve gekennzeichnet; dennoch ist eine Einzonung nicht ohne Weiteres möglich, erst recht nicht seit dem Ja in der Abstimmung von 2013 zur Verschärfung des Raumplanungsgesetzes. «Die Hürden sind seitdem unheimlich hoch», sagt Ortsgemeindepräsident Harald Herrsche, der als Leiter der Bauverwaltung der Gemeinde Oberriet mit der Materie bestens vertraut ist.

Andernorts wird längst gebaut

Dass der Kanton nun doch zu einer Einzonung Hand bietet, liegt daran, dass im Unterkobel, im Bereich der Deponie, eine grössere Fläche ausgezont werden konnte. Die Teilzonenpläne lagen schon Anfang 2015 auf. Dennoch kann in der Letzau noch nicht gebaut werden. Als stossend empfinden die Bauwilligen, dass sie noch immer auf die Bewilligung warten, während die Firma Schroth Paletten, die ursprünglich ebenfalls hier bauen wollte, einen alternativen Standort in Altstätten fand und inzwischen sogar schon mit den Pfählungsarbeiten für ihren Neubau begonnen hat. – Dort seien die Voraussetzungen allerdings ganz andere, betont Harald Herrsche. Der Boden sei dort bereits eingezont gewesen. Das Verfahren sei dadurch wesentlich einfacher.

In der Letzau kommt erschwerend hinzu, dass nicht jede Firma ihren eigenen frei stehenden Bau hinstellen darf. Die drei Gewerbebetriebe – Rohner Haustechnik, Türex und Sprenger Holzbau – mussten sich zusammentun und ein gemeinsames Projekt erarbeiten. Eine solch kompakte Überbauung setze der Kanton für die Einzonung voraus, sagt Gemeindepräsident Rolf Huber. Auch dies als Konsequenz des verschärften Raumplanungsgesetzes. Sich hier zu finden, auch seitens der Gewerbebetriebe, habe aber Zeit gebraucht, sagt Huber. Ebenso die Redimensionierung des Projekts, nachdem sich Schroth Paletten von dem Projekt habe zurückziehen müssen – der Kanton hätte die Umzonung für ein Palettenlager, wie Schroth es benötige, nicht bewilligt, erklärt Harald Herrsche.

Zunächst sind zwei Einsprachen zu bereinigen

Die Auflagefrist für den nun vorgesehenen Gewerbepark ist schon Anfang letzte Woche verstrichen. In den Gemeinderat kommt das Geschäft dennoch erst nach Neujahr. Dies auch weil zwei Einsprachen eingegangen sind, die es erst zu bereinigen gilt. Ausserdem ist der vom Kanton ebenfalls geforderte Überbauungsplan noch hängig; dieser liegt noch bis Ende Jahr auf.

Danach geht das Dossier noch einmal zum Kanton. Denn eingezont wird erst, wenn die anderen beiden Verfahren abgeschlossen sind. «Der Kanton hat so Gewähr, dass alle seine Vorgaben erfüllt sind», erklärt Rolf Huber. Weil der Kanton in den anderen Verfahren einbezogen wurde, sei dies aber nur noch Formsache. Im Frühling könnte gebaut werden. So nah dran war man seit zehn Jahren nicht.