MONTLINGEN: Ein Tag zum Thema Fitnesswahn

Körperkult und Fitnesswahn – ist das noch gesund? Dieser Frage gehen Schüler, Betroffene, Fachleute und Gäste am Donnerstag, 23. März, nach. Während dem Tag an der Schule, am Abend dann in der Berglihalle.

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Fitness ist voll im Trend: Jugendliche würden heute viel Zeit dafür aufwenden, körperlichen Schönheitsidealen zu entsprechen, schreibt die Suchtpräventionsgruppe «alles KLAR». Sie hat deshalb einen Informationstag zu diesem Thema organisiert.Symbolbild: Depositphotos/bondarchik

Fitness ist voll im Trend: Jugendliche würden heute viel Zeit dafür aufwenden, körperlichen Schönheitsidealen zu entsprechen, schreibt die Suchtpräventionsgruppe «alles KLAR». Sie hat deshalb einen Informationstag zu diesem Thema organisiert.Symbolbild: Depositphotos/bondarchik

Es ist eine Frage der körperlichen und der geistigen Fitness, die an diesem Donnerstag erörtert wird. Die Abendveranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, doch bereits am Nachmittag werden die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenzentren Oberriet und Montlingen ins Projekt miteinbezogen. Sie werden von Experten zu den Gefahren eines übersteigerten Körperkults und Fitnesswahns informiert.

Medien, Modewelt und Industrie vermitteln häufig Idealbilder zu Aussehen und Körper, die nicht der Realität entsprechen. «Noch nie war der Druck auf Jugendliche, körperlich perfekt zu sein, so gross wie heute», schreibt die veranstaltende Suchtpräventionsgruppe «alles KLAR» in der Einladung.

Verzerrte Wahrnehmung, Operationen, Muskelsucht

Jugendliche würden einen grossen Teil ihrer Energie dafür ­einsetzen, oft unerreichbaren Schönheits- und Gewichtsidealen zu entsprechen. Dies führe dazu, dass sie ihren Körper nicht mehr richtig wahrnehmen und ihr Selbstwertgefühl untergraben wird. Dies könne in der weiteren Folge zu massiven und lebens­bedrohlichen Essstörungen, unsinnigen Schönheitsoperationen oder Muskelsucht führen.

Am 23. März werden deshalb alle Schüler der Oberstufenzentren Oberriet und Montlingen im Unterricht von zwei Fachpersonen der Fachstelle für Prävention von Essverhaltensstörungen und Adipositas am Inselspital Bern (PEP) informiert. Anschliessend wird das Thema im Unterricht von den Lehrkräften weiter verfolgt. Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, dass Jugendliche ein positives Körperbild von sich selbst gewinnen. Dies sei mehr als ein gesundes Körpergewicht, schreibt «alles KLAR».

Betroffene und Ärzte erzählen von Erfahrungen

Am Donnerstagabend findet in der Berglihalle dann ein Informationsabend mit den Fachpersonen von PEP, Doktor Dirk Büchter, leitender Arzt Kinder- und ­Jugendmedizin am Kinderspital St. Gallen, sowie Morena Diaz statt.

Sie wird schildern, wie sie ­begann, jeden Tag zwei bis drei Stunden Sport zu treiben, weil sie mit ihrem Körper nicht zufrieden war. Sie reduzierte ihre Nahrungsaufnahme, bis sie Ess-Attacken hatte, bei denen sie in kürzester Zeit Unmengen von Lebensmitteln verputzte, um dann – total verzweifelt – noch mehr Sport zu machen und wieder weniger zu essen.

Es dauerte rund drei Jahre, bis Morena Diaz gelernt hatte, sich in ihrem Körper wohl zu ­fühlen. Heute setzt sie sich dafür ein, dass Jugendliche nicht die gleichen Fehler wie sie machen. Sie führt einen Blog, dem über 25000 Personen folgen.

Nach den Einführungs­referaten beleuchten die Referenten, weitere regionale Fachpersonen sowie Jugendliche in einer von Ralph Dietsche geleiteten Podiumsdiskussion das Thema weiter. Es besteht auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Der Besuch des Anlasses ist gratis. Alle Erwachsenen und Jugendlichen sind eingeladen. Zum Abschluss offeriert «alles KLAR» einen Apéro. (red/pd)