Modernisierung ist auf gutem Weg

Am Donnerstag fand in Altstätten die 143. Generalversammlung der Appenzeller Bahnen statt. Der Verwaltungsrat blickte zurück auf eine intensive Planungsphase. Der Modernisierung der AB bis Ende 2018 steht nichts mehr im Weg.

Max Pflüger
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Aktionäre aus Appenzell und St. Gallen erreichten den GV-Ort bequem im Sonderzug. Ab dem Bahnhof Altstätten Stadt brauchten die Gäste allerdings den Regenschirm. (Bild: Max Pflüger)

Aktionäre aus Appenzell und St. Gallen erreichten den GV-Ort bequem im Sonderzug. Ab dem Bahnhof Altstätten Stadt brauchten die Gäste allerdings den Regenschirm. (Bild: Max Pflüger)

ALTSTÄTTEN. 280 Stimmberechtigte versammelten sich in der «Sonne» zur GV der Appenzeller Bahnen. Speditiv führten Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner und Direktor Thomas Baumgartner durch die Traktanden, diskussionslos und einstimmig genehmigten die Aktionäre den Geschäftsbericht und die Jahresrechnungen.

Als Gastgeber stellte der Altstätter Stadtpräsident Ruedi Mattle den Teilnehmern die Stadt Altstätten vor. Er gab einen Abriss der Verkehrs- und Eisenbahngeschichte Altstättens, der Entwicklung der Stadt, ihrer reichen Kultur und Tradition sowie ihren vielseitigen Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Als Besonderheit erwähnte er dabei die Schlittelpiste entlang der AB-Bahnlinie vom Stoss hinunter in die Stadt.

Grosse Investitionen

Im Zentrum der Ausführungen von VR-Präsident Fredy Brunner stand die Modernisierung der Appenzeller Bahnen. Erfreut stellte er fest, dass mit der Plangenehmigung für den Tunnel und die Neubaustrecke Ruckhalde sowie den Umbau des Bahnhofs in St. Gallen eine lange Planungsphase ein positives Ende gefunden habe. Der Modernisierung stehe nichts mehr im Weg, alle Bauarbeiten seien auf Kurs und im kommenden Monat könne mit den Sprengarbeiten und dem Tunnelvortrieb begonnen werden.

Auf rund 250 Mio. Franken wird die Modernisierung der AB in den kommenden Jahren zu stehen kommen. Neben den Investitionen in die Infrastruktur kommt auch neues Rollmaterial zum Einsatz.

2018 sollen neue Züge auf den Strecken Gossau-Appenzell-Wasserauen und zwischen Trogen und Appenzell verkehren. Zwei verschiedene Fahrzeugtypen der Firma Stadler versprechen grösseren Fahrkomfort. Zum Unterhalt der Fahrzeuge wird in Appenzell ein neues Instandhaltungszentrum erstellt. Die Instandhaltung wird damit in Heiden, Speicher und Appenzell durchgeführt.

Die Modernisierung der Appenzeller Bahnen soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Fredy Brunner versprach den Aktionären in Altstätten: «2018 werden Sie die Appenzeller Bahnen nicht mehr wiedererkennen.»

Sicherheit ein grosses Thema

Neben der Planung und dem Baubeginn der Grossprojekte hat die Abteilung Infrastruktur auch bereits viel in die Verbesserung der Sicherheit investiert. Rund 60 Bahnübergänge wurden 2015 saniert und damit die Anzahl der Unfälle an Bahnübergängen deutlich reduziert. Die Sanierungsarbeiten gehen weiter. Noch rund 170 Übergänge müssen in den kommenden Jahren angepasst werden.

Positiver Jahresabschluss

Die Finanzierung der Modernisierung und des Bahnbetriebes bleibt für die AB eine grosse Herausforderung und ist nur dank der Mitwirkung von Bund und Kantonen realisierbar.

2015 konnte mit einem knapp positiven Ergebnis abgeschlossen werden. Die Sonderabschreibungen auf die Fahrzeuge der Linie St. Gallen-Trogen, die verkauft werden sollen, haben das Ergebnis auf eine schwarze Null gesenkt.

Rund fünf Millionen Fahrgäste sind 2015 mit den AB gereist. Mit den Angebotsverbesserungen sollen in Zukunft noch mehr Kunden gewonnen werden. Dem dienen auch die attraktiven Angebote der «Erlebniswelt Appenzeller Bahnen». Dazu gehören unter anderem der Schlittelspass Stoss-Altstätten im Winter, das Velotourenangebot Appenzell-Altstätten-Gais-Appenzell oder die «Erlebnisrundfahrt mit Witz» mit der Bergbahn von Rheineck nach Walzenhausen, über den Witzwanderweg nach Heiden und mit der Bahn zurück nach Rorschach.