Mitten im Aufstieg gebremst

Der 20-jährige Nicola Niemeyer aus Altstätten hinkt seinem Ziel, ins B-Kader des Schweizer Ski-Teams zu fahren, wortwörtlich hinterher. Eine Verletzung warf ihn zurück.

Mäx Hasler
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Letzte Saison ging es für Nicola Niemeyer vorwärts. Eine Verletzung warf ihn aber arg zurück und er muss sich nun bereits auf 2015/16 konzentrieren. (Bild: Yves Solenthaler)

Letzte Saison ging es für Nicola Niemeyer vorwärts. Eine Verletzung warf ihn aber arg zurück und er muss sich nun bereits auf 2015/16 konzentrieren. (Bild: Yves Solenthaler)

SKISPORT. Vor gut einem Jahr wurde über das aufstrebende Ski-Talent Nicola Niemeyer berichtet, Mitglied des Nationalen Leistungskaders Ost. Der vor kurzem 20 Jahre alt gewordene Altstätter war kurz vor dem Sprung ins B-Kader des Swiss-Ski-Teams. Dann hinkte er seinem Ziel buchstäblich hinterher. Er ging nämlich an Krücken, anstatt dass er auf den Skiern stand.

Einer von 254

Nicola Niemeyer ist einer von 254 Athleten des Swiss-Ski-Teams, die entweder dem A- oder dem B-Kader oder den Leistungszentren Ost und West angehören. Bis zum Rennen in Schwende im März dieses Jahres ist es ihm in der vergangenen Saison mehr oder weniger gut gelaufen und er stand kurz vor Einsätzen im Europacup.

Drei Tag nach dem Rennen in Schwende hat er im Training im Welschland bei einem Sturz das Kreuzband gerissen, was ihn für mehrere Monate ausser Gefecht setzte. Statt zum Trainieren hatte er nun Zeit zum Büffeln, denn im Juni hatte er im Sportgymnasium Davos das Matura-Examen geschafft.

Noch zwei Jahre

«Mir fehlt etwa ein halbes Jahr in den Trainingsvorbereitungen. Vor allem das Sommertraining auf dem Gletscher. Dank des Trainingscenters in Heerbrugg, von dem ich eine Saisonkarte geschenkt bekam, konnte ich wenigstens Kraft und Trockentraining machen.» Nun hofft Niemeyer, dass er mit einigen Fis-Rennen den Anschluss wieder findet. Dazu muss er aber Geduld haben, denn wie er sagt, kann er erst Anfang Dezember wieder auf die Skier. Das Comeback-Rennen hofft er am 26. Januar in Alt St. Johann fahren zu können. «Von den ersten Rennen verspreche ich mir aber nicht allzu viel, denn zuerst muss ich schauen, wo ich in etwa stehe. Ich bin aber optimistisch, dass ich das Knie wieder voll belasten kann.»

Teure Angelegenheit

Zwischenzeitlich hat er bei der Firma SFS eine befristete Arbeitsstelle gefunden. «Ich bin sehr froh um diese Stelle, denn ich möchte mir Geld für ein Sommertraining in Neuseeland zusammensparen. Ich hoffe, dass ich das Geld zusammenbringe, denn das ist nicht billig.»

Praktisch eine Saison verpasst

Wenn das klappt, möchte er in der nächsten Saison wieder angreifen. Er gibt sich noch zwei Jahre, um ins B-Kader zu fahren. Wenn es nicht klappt, höre er auf, sagt Nicola Niemeyer. «Mit der Matura habe ich etwas in den Händen, was mir andere Tore öffnet. Entweder finde ich eine lässige Arbeitsstelle oder ich beginne ein Studium. Es gibt nämlich auch noch ein Leben nach dem Sport», sagte der Mann, der nun aber vorerst seinem Comeback entgegenfiebert.