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MITTELRHEINTAL: Auf den Ernstfall folgt die Übung

Der Zivilschutz dient der Bevölkerung im Ernstfall. Zum Beispiel, wenn wie Anfang September Hochwasseralarm ausgelöst wird. Derzeit reparieren die Männer im WK Brücken oder verzeichnen Kulturgüter.
Monika von der Linden
Zivilschützer Thomas Thurnherr sägt aus dem Brett eine Ecke heraus, damit es unten rechts am Geländer sauber abschliesst. (Bild: Monika von der Linden)

Zivilschützer Thomas Thurnherr sägt aus dem Brett eine Ecke heraus, damit es unten rechts am Geländer sauber abschliesst. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Einmal pro Jahr rücken die Zivilschützer im Mittelrheintal zum Wiederholungskurs (WK) ein. Die Dienstpflichtigen werden in der richtigen Handhabung der Ausrüstung ausgebildet und trainieren Abläufe für den Ernstfall. Als die Regionale Zivilschutzorganisation den aktuellen Kurs organisiert hatte, konnte niemand ahnen, dass biss zu Durchführung noch nicht alle Schäden vom letzten Ernstfall beseitigt sein würden. Denn beim Hochwasser am ersten Septemberwochen­ende wurde auch der Widnauer Kommandoposten überflutet, der nach dem Einsatz auch noch aufgeräumt werden musste. Also hiess für manche WKler: Den durchnässten Holzboden im Posten herausreissen und einen neuen zu verlegen.

Das jüngste Hochwasser war auch Thema am Donnerstagmorgen, als Kommandant Robert Brocker Behörden und Medien über die Aktivitäten im WK in der Widnauer Kommandozentrale informierte. Marco Köppel (Kommandant der Feuerwehr Mittelrheintal) und Christian Sepin (Präsident der Bevölkerungsschutzkommission) lobten den Einsatz des Zivilschutzes, der mit 45 Pionieren im Mittelrheintal vor Ort war. Das Zusammenspiel der Blaulichtorganisationen habe erfreulich gut funktioniert, meinte Sepin. Mit welch grosser Kraft das Wasser sich seinen Weg immer wieder bahnt, erklärte Kommandant Robert Brocker. Zum Beispiel riss die Flut im Bernecker Kalkofen eine Brücke weg. Der Bach hatte sich ein neuen Lauf gesucht und floss fünf Meter an dem Punkt vorbei, an dem die Brücke einst gestanden hatte. «Wir mussten zuerst den Flusslauf erstellen, bevor wir mit dem Neuaufbau der Brücke beginnen konnten», erklärte Brocker.

Beim Augenschein am Balg­acher Wydenbach zeigte der Kommandant, dass der Zivilschutz auch planbare Unterhaltsarbeiten ausführt. Einige Dienstpflichtigen erneuerten dort im Wald eine Brücke, weil Holzteile faulig geworden waren. Die Kettensäge wird Thomas Thurnheer beim nächsten Einsatz sicher tadellos bedienen können, da er an der Brücke die Fertigkeit trainierte.

Kulturgüter schützen und im Ernstfall retten

Ortswechsel. Die Gruppe um den Kommandanten verlegte ihren Standort zum Balgacher Schloss Grünenstein. Dort gab Roger Frei Einblick in eine weitere Aufgabe des Zivilschutzes: den Kulturgüterschutz. In Absprache mit dem Kanton und den Schlosseigentümern inventarisierten die WKler die Einrichtung und Ausstattung des historischen und bedeutenden Gebäudes.

Jedes einzelne Bild an den Wänden, jeden antiken Schrank, aber auch Sekretäre, Vasen, Kerzenleuchter und viele andere wertvolle Gegenstände vermassen die Zivilschützer, fotogra­fierten und dokumentieren die Daten auf einem Karteibogen. Auch die nicht mobilen Kulturgüter, zum Beispiel die Deckenstuckatur im Salon, sind erhaltenswert. Nicht zuletzt, weil sie immer auch Unikate sind.

Das durch die Zivilschützer neu erstellte Inventar wird dann im Ernstfall von den Einsatzkräften zur Hand genommen, um fundiert beurteilen zu können, ob und mit welchem Aufwand ein Kulturgut vor Schaden geschützt werden kann.

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