Mit vier Hufen und auf vier Rädern

Auf dem Hof der Familie Enderli in Tübach dreht sich täglich alles ums Reiten und Fahren – naheliegend, dass diese Disziplinen am dortigen Turnier angeboten wurden.

Uschi Dietsche
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Reto Ulmann mit Seven unterwegs zum Kategoriensieg am Fahr- und Reitturnier in Tübach. (Bild: Uschi Dietsche)

Reto Ulmann mit Seven unterwegs zum Kategoriensieg am Fahr- und Reitturnier in Tübach. (Bild: Uschi Dietsche)

Pferdesport. Mit viel Herzblut und einigen Arbeitsstunden wurden auf der Wiese fünf Marathon-Hindernisse aufgebaut, die von den Zuschauern dank einem Publikumsraum aus nächster Nähe beobachtet werden konnten. Gestartet wurde in drei Kategorien vom Ein- bis zum Vierspänner, und das jeweils vom L- bis hin zum S-Fahrer.

Nach einer Einfahrstrecke, auf der es bereits galt, eine Idealzeit einzuhalten, ging es nach einer kurzen Pause zum Hindernis 1 und nach dessen Verlassen auf eine kleine Runde, bevor es an den Zuschauern vorbei zum nächsten Hindernis ging. So war immer an mindestens einem der Hindernisse ein Paar zu beobachten. Für die Zuschauer verging die Zeit wie im Flug, für manch einen Fahrer waren es aber bange Minuten bis zum Schluss. Es wurde bei manch einem knapp, bevor das erleichterte Aufatmen beim einen oder andern Fahrer zu hören war. Bei den Einspännern ging Reto Ulmann (Hinterforst) als Sieger vom Platz. Als L-Fahrer war er mit seinem Polenwallach Seven rasant unterwegs und seine Frau gab vollen Einsatz als Groom (Beifahrerin). Den Abschluss am Samstag bildete das Stallspringen, bei dem alle Reitschüler, die tatkräftig zum Gelingen des Anlasses mithalfen, eine Startmöglichkeit erhielten. Voller Eifer und manch einer sehr nervös, ritten sie schöne Runden.

Der Sonntag gehörte dem Springsport in den Stufen B/R 90 und 100. Die Springwiese und der Parcours in Top-Zustand, waren richtig einladend für Pferd und Reiter. Einen Doppelsieg erreichte keiner, aber die Freude war gross, denn einige hatten den Schritt von den B70 zum ersten Mal in die höhere Stufe gewagt – und wurden gleich mit einem Nullfehlerritt belohnt. Bei den B/R100-Prüfungen lief es sehr gut an. Thomas Kluser und Marina Kuster (Diepoldsau) sowie Roland Strübi (Oberriet) waren unter den Platzierten zu finden. Das Wetter nahm dann aber eine Spielverderberrolle ein: Die Schleusen öffneten sich mit Sturmböen und heftigem Gewitter. Als am Himmel «kein Ende» in Sicht war, entschied sich das OK, die letzte Prüfung des Tages zum Wohle der Tiere und der Reiter abzusagen. Manch einer liess das Nenngeld stehen, und reiste zufrieden nach Hause.

Mit dem Turnier ebenfalls zufrieden, macht sich der Veranstalter Gedanken, ob der Marathon vom Samstag wieder zur Durchführung gebracht wird: «Der Aufwand ist enorm und das Interesse anscheinend doch nicht so gross, wenn man die Nennungen anschaut.» Irgendwie verständliche Gedanken – und trotzdem wäre es schade, wenn der Tübacher Marathon nicht mehr stattfände.