Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mit Tim Zoller schwitzen sie gern

Dass der NLA-Club St. Otmar heute mit einem Sieg die Finalrunde erreichen kann, ist auch ein Verdienst Tim Zollers. Der Athletiktrainer aus Au bringt das Team auf Vordermann. Die Spieler sind zufrieden.
Remo Zollinger
Der Trainer (im roten T-Shirt) macht’s vor, die Spieler machen es nach: Tim Zollers Training ist schweisstreibend, doch die Mannschaft ist begeistert davon. (Bild: Remo Zollinger)

Der Trainer (im roten T-Shirt) macht’s vor, die Spieler machen es nach: Tim Zollers Training ist schweisstreibend, doch die Mannschaft ist begeistert davon. (Bild: Remo Zollinger)

Sie schwitzen, sie stöhnen, sie sehen abgekämpft aus und verziehen das Gesicht: Die Spieler des TSV St. Otmar haben Athletiktraining. Der Trainer erklärt die nächste Übung, bevor er sie als Erster ausführt und die Mannschaft ihm folgt. Zwischendurch gibt er in freundlichem, aber bestimmtem Tonfall Anweisungen. Er verteilt Gummibänder und Seile, die für die Übungen gebraucht werden.

Trotz des schweisstreibenden Trainings ohne Ball: Die Atmosphäre ist locker. Eine Musikbox erfüllt die Halle mit motivierenden Klängen von deutschem Rap bis zu Rock. Die Spieler witzeln, ziehen sich gegenseitig das Seil weg. Einer sagt scherzhaft: «Siitwärts hemmer doch scho!» Die Aussage dokumentiert gut, wie hart das Athletiktraining der St. Galler Handballer ist.

Der Mann, der das Training leitet, heisst Tim Zoller. Er ist 29-jährig, kommt aus Au und ist bei der Firma PK Coaching angestellt, die Vereinen und Einzelsportlern gezieltes Athletiktraining anbietet.

Tim Zoller hatte nie viel Bezug zum Handball

Im Sommer hat die Firma mit dem TSV St. Otmar ein neues Mandat gefasst. Zuerst war Zoller etwas überrascht, dass er das Team trainieren sollte. «Aber zu St. Otmar konnte ich ja schlecht Nein sagen», sagt er schmunzelnd. Nach einem kurzen Moment fügt er an: «Ganz im Gegenteil, es ist ein Privileg und eine Chance, ein NLA-Team trainieren zu dürfen.» Zoller hatte nie viel Bezug zum Handball, ausser dass ihm die Sportart im Studium gefallen hat. Das ist nicht so schlimm: Einerseits trainiert er mit den Spielern ihre Athletik, andererseits gibt es bei PK Coaching einen Ansprechpartner mit viel Erfahrung im Handball.

Jetzt leitet Zoller das Training drei- oder viermal pro Woche. Mit den Spielern pflegt er einen kollegialen Umgang. «Er passt vom Typ her sehr gut zu uns, er ist fast ein bisschen wie ein Spieler», sagt Severin Kaiser, St. Otmars 25-jähriger Topskorer. Das Athletiktraining mache ihm und dem Team Spass. Eine lästige Pflicht sei das Training ohne Ball nicht, denn Zoller achte sorgfältig auf den individuellen Fortschritt jedes Spielers.

Sportstudium nach der Lehre als Zimmermann

Die Laufbahn von Tim Zoller begann im Rheintal mit einer Lehre als Zimmermann. Er machte stets viel Sport, war im Tennis und im Kunstturnen. Nach dem Lehrabschluss arbeitete er auf dem Beruf, ehe er die Berufsmatura machte und an der eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen studieren ging. Auf den Bachelor folgte ein Masterabschluss in Bewegungs- und Sportwissenschaften mit der Option Gesundheit und Forschung an der Uni Fribourg.

Zu der Zeit schlug er den Weg zum Trainer ein. Zoller ist seit anderthalb Jahren bei PK Coaching, erst trainierte er in Winterthur junge Tennisspieler, jetzt die St. Galler Handballer.

Das ist nicht alles: Ebenfalls über PK Coaching leitet Zoller Trainings an der United School of Sports, die auch Rheintaler wie Larissa Bertényi, Gabriel Zweifel, Jan Wörnhard oder Jeromé Foré besuchen. Und er ist zu 40 Prozent an der Berufsschule Rorschach angestellt – ebenfalls als Sportlehrer.

Seine neue Aufgabe im Handball gefällt ihm gut. Er fühlt sich als Teil des Teams, spricht häufig mit dem Cheftrainer und geniesst die gute Stimmung in der Halle. «Beim Sieg gegen die Kadetten Schaffhausen bekamen die Spieler eine Standing Ovation, das gefiel mir besonders», sagt Zoller.

St. Otmar steht vor dem Einzug in die Finalrunde

Heute gastiert der HC Kriens-Luzern in der Kreuzbleiche. Die Qualifikation für die Finalrunde ist für die St. Galler Handballer nur noch Formsache und kann heute Tatsache werden. Die Otmärler sind als Dritter Favorit, haben fünf Punkte Vorsprung auf die Zentralschweizer, die den ersten Rang unter dem Strich belegen.

Die Finalrundenteilnahme wäre ein Fortschritt. In den letzten zwei Jahren musste St. Otmar den Umweg über die Abstiegsrunde nehmen, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Gelungen ist das einmal, danach verlor St. Otmar die Viertelfinalserie gegen Pfadi Winterthur 0:3. Die St. Galler haben in den letzten acht Saisons nur eine Playoffserie gewonnen. Dieses Jahr sieht’s aber wieder besser aus. Auch dank Tim Zoller.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.