Mit Pink gegen Brustkrebs

Immer öfter sieht man im Appenzellerland rätselhafte rosarote Siloballen. Es handelt sich dabei um eine Kampagne zugunsten der Brustkrebsforschung.

Karin Erni
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Vreni und Bruno Aemisegger mit Tochter Vreni Spitz-Aemisegger und Mitarbeiter Toni Kellenberger (links) machen sich für die Brustkrebshilfe stark. (Bild: ker)

Vreni und Bruno Aemisegger mit Tochter Vreni Spitz-Aemisegger und Mitarbeiter Toni Kellenberger (links) machen sich für die Brustkrebshilfe stark. (Bild: ker)

LUTZENBERG. Das Material, mit dem die auffälligen pinken Ballen umwickelt sind, kommt aus dem Appenzeller Vorderland. In Lutzenberg vertreibt Bruno Aemisegger als Generalimporteur die Siloballenfolie des schwedischen Herstellers Trioplast. Seine Tochter Vreni Spitz-Aemisegger ist gelernte Landwirtin und arbeitet im elterlichen Betrieb mit. «Wer die pinke Folie verwendet, unterstützt damit die Organisation Pink Ribbon, die sich für die Früherkennung und Bekämpfung von Brustkrebs einsetzt», erklärt die junge Frau. «Je einen Franken bezahlen Hersteller, Importeur und der Käufer pro Rolle für den guten Zweck.» Die Aktion mit der pinkfarbenen Folie sei in der letzten Saison erfolgreich in Neuseeland gestartet, nun seien die europäischen Länder an der Reihe.

Frauenangelegenheit

Seit diesem Frühjahr ist die leuchtend rosarote Folie auch in der Schweiz erhältlich. Er selbst sei zu Beginn nicht so begeistert gewesen von der Idee, die Landschaft mit pinken Ballen zu verstellen, sagt Aemisegger. Seine Frau und die Tochter hätten sich jedoch mit grossem Einsatz für das Projekt starkgemacht. Sie haben die rosarote Folie erfolgreich bei vielen Lohnunternehmern in der ganzen Schweiz abgesetzt. So zieren denn von Altenrhein bis Genf unzählige der farbigen Gebilde Höfe, Wiesen und Felder. Auch im Appenzellerland sind einige der pinken Ballen zu sehen. Beim genauen Hinschauen entdeckt man bei manchen Lagerstätten ein Informationsblatt, das über den Zweck der Aktion informiert.

Gute Akzeptanz

Am Anfang seien sie wegen der pinken Ballen belächelt worden. Es habe sogar Leute gegeben, die an eine Aktion für schwule Bauern geglaubt hätten, erzählt Vreni Spitz-Aemisegger. Sobald man den Leuten aber erkläre, worum es bei der Aktion gehe, seien sie positiv eingestellt. Als die Folie ausverkauft gewesen sei, hätten manche Interessenten sich sogar spontan zu einer Spende für Pink Ribbon entschlossen. Für dieses Jahr ist die Aktion beendet. Die Folie ist ausverkauft und momentan nicht mehr erhältlich. Sie rechne jedoch aufgrund des Erfolgs damit, dass der Folienhersteller die Aktion im nächsten Jahr noch einmal durchführen werde, sagt Spitz-Aemisegger. Am 22. Oktober wird Familie Aemisegger den Erlös aus dem Verkauf der Folie der Organisation übergeben.

Wie kommt es, dass ein Ausserrhoder Landwirt Generalimporteur von schwedischer Folie wird? Bruno Aemisegger stellt bereits seit 1983 Siloballen her und war der Erste, der die neue Methode in der Schweiz anwandte. Mit dem Import und dem Vertrieb der Spezialfolie hat sich ein erfolgreicher Geschäftszweig entwickelt. Neben seiner Tätigkeit als Importeur von Siloballenfolie ist Bruno Aemisegger als Lohnunternehmer mit der Ballenwickelmaschine unterwegs. Daneben wird auf dem Hof Fleisch aus Mutterkuhhaltung produziert. – Bis Ende August kann sich die Bevölkerung an einem Fotowettbewerb beteiligen. Die schönsten und originellsten Bilder von pinken Siloballen werden prämiert.

www.aemisegger-agro.ch