Mit Nati-Debütant und NLA-Leader

Am Swiss Ice Hockey Day durften Kinder in Widnau mit Nationalliga-Stars spielen. Unter den acht Rheintal-Feldkircher Eigengewächsen waren auch der 23-jährige Ramon Untersander vom EHC Biel und der 20-jährige Lukas Sieber vom Tabellenführer HC Davos.

Yves Solenthaler
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Lukas Sieber leitet den besonders beliebten Torschuss-Parcours. Hier ist er von einem Nachwuchsstürmer ausgespielt worden. (Bilder: Yves Solenthaler)

Lukas Sieber leitet den besonders beliebten Torschuss-Parcours. Hier ist er von einem Nachwuchsstürmer ausgespielt worden. (Bilder: Yves Solenthaler)

EISHOCKEY. Die zwei Rheintaler, die den SCR als 14-Jährige verlassen hatten, schreiben inzwischen nationale Schlagzeilen. Im Fall von Ramon Untersander gar internationale: Ab nächstem Freitag wird er am Deutschland-Cup in der Schweizer Nationalmannschaft debütieren.

Rüthemanns Nati-Nachfolger

Dass Eishockeyaner harte Burschen sind, ist nichts Neues: Obschon am Freitag und Samstag noch eine NLA-Doppelrunde ausgetragen wurde, erschienen die Stars gestern frisch in Widnau. Dabei hatten am Vortag die Teams von Untersander und Sieber gegeneinander gespielt: Die ohne Sieber angetretenen Davoser besiegten Biel mit 4:2.

«Wir müssen darauf schauen, dass wir die Playoffs erreichen», sagt Untersander. Der Widnauer spielt in der dritten Saison im Seeland. Der Verteidiger, der sich als Allrounder sieht, wird im Team von Trainer Kevin Schläpfer immer wichtiger. Sogar im Powerplay wird Untersander meist eingesetzt, weshalb er auch schon sechs Skorerpunkte (zwei Tore) ausweist.

«Es läuft mir ziemlich gut im Moment», sagt der 1,83 m grosse Verteidiger. Vorläufiger Höhepunkt ist das Aufgebot für den Deutschland-Cup in München. Am Dienstag rückt Untersander ins Nati-Trainingscamp ein. Ab Freitag bestreitet er gegen Deutschland, Kanada und die Slowakei voraussichtlich seine ersten drei A-Länderspiele.

«Das Aufgebot ist natürlich ein Highlight», sagt Untersander, «zu Saisonbeginn wurde mir ausgerichtet, dass mich Trainer Glen Hanlon beobachtet. Daher war die Berufung keine riesige Überraschung.»

Als künftiger Nationalspieler schickt sich Untersander an, die Tradition Rheintaler Internationaler fortzusetzen: Bis vor gut einem Jahr gehörte der inzwischen zurückgetretene Ivo Rüthemann während 270 Länderspielen zum Kreis der Nationalmannschaft. Untersander hat noch nicht mal so viele NLA-Spiele (bisher etwa 230).

«Natürlich wäre es schön, auch an der WM spielen zu dürfen», sagt Ramon Untersander, «aber ich möchte in der Nationalmannschaft vorerst vor allem Erfahrungen sammeln.» Denn bis zur WM werden einige Spieler zurückkehren, die diesmal nicht zum Aufgebot gehören. Im aktuellen Aufgebot sind mit Tristan Scherwey, Reto Schäppi, Chris Baltisberger und Dominik Schlumpf auch Spieler, mit denen Untersander schon in Nachwuchs-Nationalteams gespielt hatte.

Grosse Konkurrenz beim Leader

Auch der 20-jährige Lukas Sieber ist derzeit erfolgreich. Sein Verein Davos führt die NLA-Rangliste deutlich an – und das obschon den Bündnern vor der Saison wenig zugetraut worden war. «Wir haben gute junge Spieler und die Neuverpflichtungen haben voll eingeschlagen», sagt Lukas Sieber. Der 1,85 m grosse Flügelstürmer muss um seinen Stammplatz kämpfen, wenn alle gesund sind: «Trainer Arno Del Curto rotiert ziemlich viel – so dass ich doch regelmässig Einsätze bekomme.»

In dieser Saison war Sieber ungefähr in der Hälfte der Spiele dabei. An der Sportschule in Davos hat er letzten Sommer die Matura gemacht. Später hat er ein Fernstudium im Sinn: «Aber die nächsten ein, zwei Jahre werde ich voll dem Eishockey widmen.» So möchte der talentierte Stürmer, der es in der NLA inklusive Playoffs auch schon auf 118 Spiele bringt, seine Einsatzchancen in Davos verbessern.

Ramon Untersander erklärt den Kindern am Swiss Ice Hockey Day den Inhalt des Parcours.

Ramon Untersander erklärt den Kindern am Swiss Ice Hockey Day den Inhalt des Parcours.

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