Mit Kampfgeist zum Erfolg

Altstätten, der Club vom Tabellenende der 2. Liga, schlägt Leader St. Margrethen verdient mit 2:1. Altstättens Trainer Walter Bachofner geht optimistisch in die Winterpause.

Beni Bruggmann
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Für den Altstätter Trainer gab's auf der Bank kein Halten mehr. (Bild: Günther Böhler)

Für den Altstätter Trainer gab's auf der Bank kein Halten mehr. (Bild: Günther Böhler)

FUSSBALL. Die beiden Mannschaften sind zum Spiel bereit. Auf der einen Seite der FC Altstätten, Tabellenvorletzter, abstiegsgefährdet. Gegenüber der FC St. Margrethen, Tabellenerster mit Aufstiegshoffnungen. Bevor der Schiedsrichter die Partie anpfeift, nimmt Altstättens Trainer Walter Bachofner einen ordentlichen Schluck aus einer Dose. «David» steht drauf. Passt genau: Altstätten ist in diesem Spiel der kleine David, und auf der Gegenseite steht Goliath, der unbesiegbare Riese. Doch auf der Gesa geschieht an diesem Sonntagnachmittag, was schon im Alten Testament geschrieben steht: David schlägt Goliath. Und man darf anfügen: Verdient.

Die Vorwärts-Strategie

Bachofner sitzt selten auf der Bank. Die meiste Zeit steht er. Er bleibt nicht in der sogenannten Coaching-Zone, die so schön vor seiner Trainerbank eingezeichnet und für ihn reserviert ist. Er braucht Auslauf. Und er treibt sein Team an. «Tempo!» «Vorwärts!» «Druck!» Da ist nichts von Abwarten, nichts von Angst vor dem Favoriten zu spüren. Und genau mit dieser Vorwärts-Strategie spielt sein Team. Der Ball wird mit weiten Abschlägen rasch in die Offensive gebracht. Dort kämpft jeder um jeden Ball.

Nach einer halben Stunde führt Altstätten 2:0. Auf ein Fehlzuspiel der Gäste folgen zwei, drei schnelle flache Pässe, und schon schliesst Manuel Breu in der 19. Minute mit seinem präzisen Flachschuss ab. Zehn Minuten später tankt sich Gian Luca Camenisch unwiderstehlich durch. Nach seinem Zuspiel in den Strafraum fällt das Tor noch nicht, aber weil er weiter stürmt, kann er den Abpraller zum zweiten Tor einlenken. Der Anschlusstreffer, Besart Shoshis in der 35. Minute verwandelter Foulpenalty, bringt Altstätten nicht aus dem Tritt.

Natürlich hat sich Bachofner, der 58-jährige Informatiker, der in Abtwil wohnt, das erste halbe Jahr in Altstätten ganz anders vorgestellt.

Genug Potenzial

«Wir haben das Potenzial, um vorne mitzuspielen», ist er überzeugt, «aber die Umstände waren unglücklich.» Er denkt an Abgänge, an Verletzungen, an die zahlreichen Abwesenheiten und an das jugendliche Alter vieler Spieler. Aber es gibt viel Positives: «Der Zusammenhang im Team ist super. Der Trainingsbesuch stimmt.» Und an diesem Sonntag stimmte vor allem eines: Der Kampfgeist.

Auch wenn die Vorrunde schwierig verlaufen ist, bleibt Bachofner optimistisch: «Ich freue mich auf die Rückrunde. Ich arbeite gerne mit diesem Team.» Natürlich werden die Verantwortlichen des FCA den Trainer und die Leistungen der Mannschaft nun beurteilen. Der Befund von aussen, nach diesem abschliessenden Sieg, ist klar: Bachofner hat bei Altstätten eine Zukunft. Vielleicht sehen das die Verantwortlichen anders.

Der Trainer hofft jetzt auf ein paar schöne Herbsttage. Dann könnte er einige Ausfahrten mit der Harley unternehmen. Gas geben? Auf dem Motorrad nimmt er es eher gemütlich. Aber in der Vorbereitung auf die Rückrunde, da wird er bestimmt «Gas geben». Falls man ihn lässt.

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