Mit Kampf und Krampf zum Sieg

Der FC St. Margrethen konnte den FC Mels in einer äusserst zerfahrenen, kämpferischen und lange Zeit auf schlechtem Niveau stehenden Partie mit 2:1 (1:0) besiegen.

Gerhard Huber
Drucken
Teilen
Youngster Forgia zeigte eine kämpferische Leistung. (Bild: Ulrike Huber)

Youngster Forgia zeigte eine kämpferische Leistung. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Für beide Teams war es ein Match, der nicht verloren werden durfte, sollten nicht schon frühzeitig Abstiegssorgen den Horizont verdunkeln. Und St. Margrethen hatte natürlich nach der 1:9-Klatsche vergangenes Wochenende so einiges wieder gutzumachen. Wobei Trainer Dorde Duvnjak mehrere verletzte Spieler, insbesondere Mittelfeldstratege Gomez, nicht zur Verfügung standen, so dass er viele junge Spieler einsetzte.

Zerfahrene Partie

Entsprechend vorsichtig gingen die Rheinau-Akteure in die Partie, in der beide Teams zunächst ihr Heil in einer gestärkten Defensive suchten. Torraumszenen waren in der ersten halben Stunde Mangelware, bis Stojanac einen Eckball mit dem Kopf nur wenig neben den Torpfosten setzte. Ansonsten war es eine völlig zerfahrene Partie mit vielen Foulpfiffen und Unterbrechungen, ohne Höhepunkte. Über weite Strecken herrschte tiefes Drittliga-Niveau. Schade, dass der talentierte Memeti, der für etwas Ordnung im Spiel der Rheinau-Elf gesorgt hatte, früh ausgetauscht werden musste. Dennoch durften die Gastgeber mit einer 1:0-Führung zur Pause in die Kabine. Nach einer tollen Soloaktion passte Abazi den Ball von der seitlichen linken Tor-out-Linie schräg zurück zur Mitte, wo Maliqi mit einer herzhaften Direktabnahme den Melser Goalie Hammer bezwang.

Zwei rote Karten

Die ersten Minuten der zweiten Spielhälfte agierten die Melser Spieler wie aufgeputscht: Das Resultat davon war der schnelle 1:1-Ausgleich – nur drei Zeigerumdrehungen nach Wiederbeginn – durch Pablo Müller nach schöner Kombination aus dem Mittelfeld heraus. Das war's dann aber auch mit dem Energieanfall der Gäste. Aus dem Fussballspiel wurde wieder ein trauriges Gekicke mit Kampf und Krampf. Mit Fouls, Rudelbildungen, Diskussionen. Mit Verletzungspausen und Gehässigkeiten. So etwa, als der Melser Adriano Lipovac abseits des Balles Shoshi fällte: mit Anlauf und einem eishockeymässigen Bodycheck in den Rücken. Freilich ohne, dass der weit überforderte Schiedsrichter Sagin etwas sah. Auch sein Linienrichter konnte den Übeltäter nicht identifizieren, so dass nach längerer Diskussion der Sarganserländer Müller des Platzes verwiesen wurde. Nicht wegen Tätlichkeit, sondern Schiedsrichterbeleidigung. Eine unschöne Szene gab es auch wenige Minuten zuvor. Der übermotivierte Mels-Kicker Bauer bedrängte im Laufduell mit heftigem Köpereinsatz den Torschützen Liridon Maliqi, der sich zu einem Nachschlagen mit der Hand hinreissen liess. Klare rote Karte und damit Feldverweis. Aus der einzigen schönen Kombination der Duvnjak- Schützlinge entsprang der Siegestreffer.

Mustergültiger Abschluss

Abazi wurde nach einem gelungenen Konter als vorderster Mann mustergültig bedient und schloss sicher zum 2:1 ab. «Die drei Punkte tun uns nach der Blamage letzte Woche gegen Rüti natürlich gut», resümierte ein vom Spielgeschehen sichtlich mitgenommener St. Margrethen-Trainer Duvnjak: «Die Verteidigung war heute nicht das Problem, sondern eher das Mittelfeld. Das Spiel selbst war das Gegenteil von dem, was ich immer predige. Ich will schönen, gediegenen Kombinationsfussball und keinen Krampf.»

2. LIGA INTER., GRUPPE 6

St. Margrethen – Mels 2:1 (1:0)

Rheinau – 120 Zuschauer – SR: A. Sagin.

Tore: 45. Maliqi 1:0, 48. Wildhaber 1:1, 75. Abazi 2:1.

St. Margrethen: Konjaric; Kushtrim Hajrullahu, Stojanac, Da Silva, Lotrim Hajrullahu; Manuel Enzler (76. Sadiku), Shoshi, Forgia (59. Axhija), Memeti (37. Cetinkaya); Maliqi, Abazi.

Mels: Hammer; Mannhart, Neziri (82. Giordano), Adriano Lipovac, Weber; Willi, Renato Lipovac (46. Bauer), Gmür (61. Haliti), Becker; Wildhaber, Müller.

Gelbe Karten: 25. Neziri (Foul), 38. Stojanac (Foul), 71. Müller (Foul), 89. Abazi (Foul); Rote Karten: 71. Maliqi (Tätlichkeit), 79. Müller (Schiedsrichterbeleidigung).