Mit Herzblut renoviert

ALTSTÄTTEN. Die Altstätter Obergasse ist um eine Hausrenovation reicher. Stefan und Gertrud Manser von der gleichnamigen Molkerei haben in das 350-jährige Nachbarhaus Freude und Herzblut investiert.

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Das Haus an der Obergasse 11 steht am Samstag, 29. März, zur Besichtigung offen. (Bild: pd)

Das Haus an der Obergasse 11 steht am Samstag, 29. März, zur Besichtigung offen. (Bild: pd)

Die Fassade der Obergasse 11 leuchtet in einem warmen Gelb, die dunkelgrünen Läden mit den rostroten Ornamenten präsentieren sich so, wie ursprünglich vom Altstätter Ehrenbürger Eugen Lutz (1916 – 1996) bemalt. Der Berater der Altstadt- und Denkmalpflegekommission hatte den Häuserzeilen nicht nur die passenden Farben verschrieben, er hatte auch selbst zum Pinsel gegriffen. Im ersten Stock, wo die Gäste einst im Restaurant zum Goldenen Schäfli beim Zweier sassen, wird künftig zwischen alten Sichtmauern in einer 2-Zimmer-Wohnung gewohnt. Ebenso in den beiden obersten Stockwerken, die sich neu als helle 3-Zimmer-Maisonettewohnung mit Dachterrasse und Galerie präsentieren. Beide Wohnungen sind zu vermieten.

Tag der offenen Tür

Die Rauchkammer war noch vorhanden, als die Mansers das Haus aushöhlten. Sie gehörte zur Metzgerei, die das alte Haus vor Jahrzehnten belebt hatte. Bald zieht die Bauherrschaft selbst mit der «Chäsi» in den Neubau. Die Zwischenwand hinter der Theke, wo die Kundschaft die Bauarbeiten durch ein Guckloch verfolgen konnte, wird demnächst herausgebrochen.

Doch erstmal stellen sie das behutsam umgebaute Haus der breiten Öffentlichkeit am Samstag, 29. März, von 8 bis 16 Uhr vor.

Die Führung beginnt im Erdgeschoss, an das sich auf der Era-Grabe-Seite ein Hofgarten mit Pergola anschliesst. Die überzähligen Böllersteine aus den Fachwerkwänden finden sich in der Pflästerung wieder. Dass die Wände auch mit Torf gefüllt waren, zeigt sich im Schlafzimmer der Maisonette-Wohnung. Das Wanddetail ist mit Glas abgedeckt. Die alten Deckenbalken sind noch drin, Fachwerk und Steinfüllungen sichtbar.

Das setzte sehr viel Handarbeit voraus.

Holz vom Städtlibrand

Während sich Gertrud Manser ums Geschäft kümmerte, war Stefan Manser nach der Milchtour seit September 2011 fast täglich auf dem Bau tätig.

Dabei hat er auch einen uralten Gewölbekeller entdeckt und zusammen mit dem Maurer zum Bijou ausgebaut. Im ausgebuddelten Erdreich war er gar auf verbranntes Holz gestossen. Der Käser tippt auf den Städtlibrand von 1567.

Eine Aufwertung

Die Mansers brachten ihre Ideen ein, die Rheintaler Handwerker setzten sie um. «Der Maurer und der Zimmermann spielten beim Umbau eine enorm wichtige Rolle», sagt Stefan Manser.

Auch die Denkmalpflege hat ein Wörtchen mitgeredet, vor allem bei der Fassade und bei den Fenstern. Das Resultat kann sich sehen lassen. Mit dem renovierten Haus werten die Mansers nicht nur die Obergasse auf, sie geben mit der demnächst erweiterten Chäsi auch ein klares Bekenntnis zum Einkaufsstandort Städtli ab. (pd)

Tag der offenen Tür: Samstag, 29. März, 8 bis 16 Uhr