Mit einem Unentschieden in den Final

In einem äusserst intensiven und spannenden Halbfinal-Rückkampf qualifiziert sich die RS Kriessern mit einem 17:17 für den Final der Schweizer Meisterschaft. In diesem Final treffen die Kriessner wie schon im letzten Jahr auf die Willisau Lions.

Patrick Dietsche
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Christoph Wittenwiler (Blau) bot gegen Kaderringer Nino Leutert einen starken Kampf. (Bild: Patrick Dietsche)

Christoph Wittenwiler (Blau) bot gegen Kaderringer Nino Leutert einen starken Kampf. (Bild: Patrick Dietsche)

Elf Punkte Rückstand aus dem Hinkampf waren für Freiamt eine zu grosse Hypothek, zumal die Kriessner nicht den Fehler machten, das Ganze auf die leichte Schulter zu nehmen. Zwar verloren sie sechs der zehn Begegnungen, doch die Niederlagen fielen mit zwei Ausnahmen allesamt äusserst knapp aus.

Vier Begegnungen an diesem Abend gab’s schon vor Wochenfrist – und sie boten den Kontrahenten die Chance zur Revanche. Diese konnte Nils Leutert bis 57 kg Greco gegen Urs Wild nicht nutzen. Die Weinfelder Leihgabe kontrollierte den Kampf über weite Strecken und kam nur einmal in Bedrängnis, als ihm ein Bodenangriff nicht richtig gelang. Sein 4:3-Punktesieg nach auf­reibenden sechs Minuten war hochverdient. Philipp Hutter hatte sich im dritten Aufeinandertreffen mit Magomed Ayskhanov bis 130 kg Freistil hervorragend auf seinen Gegner eingestellt. Im Gegensatz zu den Kämpfen da­-vor hielt er stark dagegen und bei einem 0:1-Pausenrückstand konnten die Kriessner gar auf eine Überraschung hoffen. Mit zunehmender Kampfdauer konnte Hutter sein Konzept nicht mehr voll durchziehen, verhinderte aber beim 0:13 ein vorzeitiges Ende. Christoph Wittenwiler gelang zwar gegen Nino Leutert die Revanche für die Schulterniederlage aus der Vorrunde nicht ganz, doch diesmal forderte der Kriessner seinen höher eingestuften Gegner bis zum Schluss. Das knappe 4:8 darf als Erfolg für den Rheintaler gewertet werden. Marc Weber ist ein unangenehmer Gegner, der zwar nicht durch hochstehende Technik, dafür aber durch körperliche Präsenz brilliert. Bis 97 kg Greco liess sich Ramon Betschart davon nicht beeindrucken und schaffte dank intensiver Bearbeitung des starken Gegners einen vorzeitigen 15:0- Überlegenheitssieg. Doch die Aargauer vermochten zu kontern. Michael Bucher nutzte bis 65 kg Greco seine körperlichen Vorteile auch dank nachlassender Kräfte von Gabor Molnar zu einem viel umjubelten 16:0-Sieg.

Marc Dietsche sichert das Unentschieden

Damit hielten die Gastgeber die theoretische Chance auf die Finalqualifikation am Leben, wobei die über 100 Kriessner Supporter nicht den Eindruck erweckten, am Erfolg ihrer Farben zu zweifeln.

Damian Dietsche kam zu seinem zweiten Freistileinsatz in dieser Saison. Auch gegen Reto Gisler zeigte er eine bemerkenswerte Leistung. Zwar brachte er eine 4:0-Führung gegen den Freistilspezialisten nicht über die Zeit, doch das 4:4 und die damit verbundene Niederlage wegen der letzten Wertung Gislers ist dennoch ein Erfolgserlebnis. Wie schon vor Wochenfrist, schenkten sich die zwei Freistilkaderleute Randy Vock und Dominik Laritz nichts. In einem hochstehenden und intensiven Kampf bis 70 kg Freistil behielt diesmal Vock dank einer in letzter Sekunde erzielten Wertung mit 6:5 die Oberhand. Fabio Dietsche versuchte bis 79 kg Greco alles, um gegen den defensiv eingestellten Nico Küng zum Punktemaximum zu kommen. Herrliche Ausheber brachten ihn bis zum 14:0, doch der letzte Punkt zur technischen Überlegenheit blieb ihm verwehrt. Auch David Hungerbühler wiederholte seine starke Leistung aus dem Hinkampf gegen Pascal Strebel. Er hielt den Favoriten auf Trab und erwischte ihn sogar in einem Hüfter, was ihm am Ende ein 14:4 einbrachte und damit Marc Dietsche im letzten Kampf die Chance bot, für seine Farben noch ein Unentschieden herauszuholen. Dietsche wartete bis 74 kg Freistil ge­gen Hussein Kadimagomaev auf seine Chancen und liess sich auch durch die knapper werdende Zeit nicht aus dem Konzept bringen. Kurz vor Ablauf der Zeit holte er sich mit einem weiteren Angriff den letzten Punkt zum 15:0-Überlegenheitssieg.

Wie schon beim Titelgewinn letztes Jahr nach drei Kämpfen bekommen es die Kriessner Ringer im Final wieder mit den Willisau Lions zu tun. Der Tabellenerste bezwang die RR Einsiedeln im Halbfinal nur knapp mit drei Punkten Differenz. Der erste Finalkampf findet diesen Samstag bei den Kriessnern statt.

Premium League, Halbfinal

Freiamt – Kriessern 17:17 (Hinkampf 13:24)

57 kg Greco: Nils Leutert – Wild 1:2; 61 kg Freistil: Nino Leutert – Wittenwiler 2:1; 65 G: Bucher – Molnar 4:0; 70 F: Vock – Laritz 2:1; 74 G: Strebel – Hungerbühler 3:1; 74 F: Kadimagomaev – M. Dietsche 0:4; 79 G: Küng – F. Dietsche 0:3; 86 F: Gisler – D. Dietsche 2:1; 97 G: Weber – Betschart 0:4; 130 F: Ayskhanov – Hutter 3:0.