Mit dem Traktor auf Platz 8

Beim dritten Rennen der Supersport-WM in Aragon (Spanien) zeigte sich der 20-jährige Altstätter Dominic Schmitter als gewiefter Taktiker: Trotz erneuter technischer Probleme fuhr er das bisher beste Saisonresultat ein.

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Bei dieser Unterstützung muss man schnell sein: Rebecca Frei-Schmitter, die Schwester von Dominic, gibt dem Altstätter Asphalt-Cowboy vor dem Start zum Rennen in Aragon Sonnenschutz. (Bild: pd)

Bei dieser Unterstützung muss man schnell sein: Rebecca Frei-Schmitter, die Schwester von Dominic, gibt dem Altstätter Asphalt-Cowboy vor dem Start zum Rennen in Aragon Sonnenschutz. (Bild: pd)

MOTORRAD. Beim letzten Rennen in Thailand hatte bei Dominic Schmitters Kawasaki der Motor gespuckt. Mit neuem Antrieb wollte er dieses missglückte Rennwochenende hinter sich lassen. Allerdings tauchte beim Europa-Auftakt in Spanien ein neues Problem auf. Es heisst in der Motorsport-Sprache Englisch «chattering», was so viel bedeutet wie «Stottern».

Dominic Schmitter beschreibt das Problem so: «Das Chattering war so stark, dass ich mich extrem am Motorrad festhalten musste, um nicht zu stürzen – es war, wie mit einem Traktor schnell über eine Wiese zu fahren.»

Die Kupplung hatte einen Tick

Es dauerte bis zum Ende des Qualifyings, bis das Team Go Eleven die Ursache gefunden hatte: Die Kupplung hatte wahrscheinlich einen Fabrikationsfehler, sie konnte bei starker Beschleunigung den Kraftschluss nicht halten. Teamchef Denis Sacchetti sagt: «Das Datarecording sowie die klaren Aussagen von Dominic haben uns auf die richtige Spur geführt.» Gerade noch rechtzeitig, so dass die Kupplung vor dem Rennen ausgewechselt werden konnte.

Im Training und in der Qualifikation mangelte es Schmitter wegen der beschriebenen Gründe am Vertrauen in seine Maschine. Deshalb verpasste er den angestrebten Startplatz in den Top 10 und musste vom elften Rang aus losfahren.

Als die Maschine repariert war, setzte sich Schmitter gegen sein Team durch, das sein Motorrad fürs Warm-up neu bereifen wollte. «Die Reifen waren schon stark abgenutzt. Aber ich weiss: Wenn man nach technischen Problemen etwas ändert, muss man dieselben Reifen verwenden, um den direkten Vergleich zu haben.» Dass er mit den verbrauchten Reifen im Warm-up keine Top-Zeiten erzielen konnte, störte Schmitter nicht.

Reifen im Rennen geschont

Die Reifen, nun natürlich neue, spielten auch im Rennen eine wichtige Rolle: «Ich wusste aus dem Vorjahr, dass die Reifen in Aragon stark beansprucht werden.» Deshalb stellte der Altstätter die Traktionskontrolle auf die maximale Stufe, um so die Reifen zu schonen.

Auf diese Weise konnte er gegen Rennende im Vergleich zur Konkurrenz zulegen. Zwar fiel Schmitter vorerst zwei Positionen zurück – als er in der fünften Runde aber zum Angriff blies, kam er schnell auf P9 und nur kurz darauf gar auf die achte Position: «Gar dem siebtklassierten Alex Baldolini konnte ich mühelos folgen.» Beim Versuch, den Italiener zu überholen, verschaltete sich Schmitter aber und konnte danach die Lücke nicht mehr schliessen: «Das war mein Fehler. Dennoch bin ich mit dem achten Platz und meiner steigenden Formkurve sehr zufrieden.»

In der Gesamtwertung rückte Schmitter auf den zehnten Platz vor, worüber sich auch Teamchef Sacchetti freute: «Dominic hat Rennintelligenz bewiesen.» (ys)

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