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Mit dem Regen kam die Pilzschwemme

In den Wäldern finden Pilzsammler einen paradiesischen Zustand vor. Das mag überraschen, war doch der Sommer heiss und Pilze mögen es eher feucht. Bei der Kontrollstelle Altstätten jedoch herrscht Grossandrang.
Hildegard Bickel
Ein junger, giftiger Fliegenpilz. (Bild: hb)

Ein junger, giftiger Fliegenpilz. (Bild: hb)

Ein Erfolgserlebnis ist praktisch programmiert: Wer im Wald Pilze sucht, kommt mit vollen Körben nach Hause. Robert Neff, Pilzkontrolleur für das Obere Rheintal, hat solch eine Fülle an Röhrlingen, zu denen der Steinpilz gehört, noch nie erlebt. «Seit Anfang September kontrollierte ich 150 Kilo Pilze, mindestens 90 Prozent davon waren die beliebten Steinpilze.» Befreundete Pilzkontrolleure seien ebenfalls erstaunt, sagt der Fachmann.

Wärme und Feuchtigkeit spielen optimal zusammen

Als Grund für das enorme Pilzvorkommen nennt Robert Neff Wärme und Feuchtigkeit, die in diesem Jahr optimal zusammenspielen. Regnerische Wochenenden Anfang September machten die Waldböden nach der Sommerhitze feucht genug. «Wie wenn die Pilze darauf gewartet hätten, schossen sie explosi­onsartig aus dem Boden», sagt der Experte.

Steinpilze lassen sich ohne grosse Mühe finden. Sie wachsen gern ab einer Höhe von 800 Metern über Meer. Momentan spriessen sie auch in niedrigeren Lagen. Das spornt manch einen Laien an, sein Glück zu versuchen. Denn zum Pilzesammeln muss man kein Experte sein. Vorausgesetzt, man bringt sie dem Kontrolleur und lässt sie bestimmen. Dem grossen Andrang vor der Kontrollstelle bei der Kleinviehhalle Altstätten begegnet Robert Neff gelassen und mit Ausdauer. «Ich öffne die Halle früher als sonst und bestimme die Pilze ohne Pause.» Vereinzelt fand er in den Körben der Pilzsucher den giftigen Knollenblätterpilz. Die Leute ahnten bereits, um welches Exemplar es sich handelte und wollten Gewissheit vom Experten. Für viele essbare Pilze gibt es ein giftiges Gegenstück, das optisch schwer zu erkennen ist.

Rücksichtsvoll auf die Suche gehen

Auf Exkursionen zeigt Robert Neff, worauf es beim richtigen Bestimmen ankommt und wie man die Früchte des Waldes schonend erntet. «Sorgfältig abschneiden, keine Pilze zertrampeln und nicht zu viel Dreck mitnehmen.» Damit das unterirdische Pilzgeflecht, das Myzel, nicht kaputt geht. Kürzlich war der Pilzkenner mit einer Schulklasse auf einer Exkursion. Die Kinder freuten sich, so viele Steinpilze zu finden. Seines Erachtens fehlt die Vielfalt. Das könne sich aber schnell ändern, sagt er, wenn je nach Wetter vermehrt Sorten wie Reizker, Ritterlinge oder Täublinge spriessen. Kalte Nächte hingegen läuten das Ende der Steinpilze ein, Frost macht Röhrlinge unappetitlich.

Hinweis

Pro Tag darf eine Person zwei Kilo Pilze sammeln. Die Pilzkontrollstelle Altstätten in der Kleinviehhalle ist jeweils am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 18 bis 19 Uhr geöffnet.

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