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Mit dem Pfefferspray an die Olma

Am Eingang zum Messeareal werden die Taschen der Besucher stichprobenartig kontrolliert. Einige Besucher fühlen sich dadurch sicherer, andere finden das «Gugus».
Urban Rechsteiner

Halle 1, Eingang A: Zwischen Staubsaugern und Whirlpools ertönt eine Männerstimme freundlich, aber bestimmt: «Darf ich in Ihre Tasche schauen?». Die junge Frau reagiert etwas verdutzt, öffnet aber sofort ihre Tasche. Die Securitas-Mitarbeiter suchen nach «verbotenen Gegenständen». Diese Kontrollen sind neu an der Olma. «Obwohl keine konkrete Gefährdung bestanden hat, haben wir uns entschlossen, die Taschen und Rucksäcke unserer Besucher stichprobenartig kontrollieren zu lassen», sagt Nicolo Paganini, Direktor der Olma-Messen. Verboten sind beispielsweise Waffen, wie lange Messer oder Pfeffersprays. Aber auch grössere Mengen Alkohol werden den Besuchern abgenommen. «Wir haben in diesem Jahr eine zusätzliche Patrouille von Sicherheitsleuten, die die Kontrollen durchführt.» Jeder Besucher muss damit rechnen, dass die mitgeführte Tasche durchsucht wird. Die Sicherheitsleute sprechen zwar einzelne Besucher gezielt an. Es gebe aber keine Risikogruppe, die im Vorfeld speziell definiert worden sei, sagt ein Securitas-Mitarbeiter, der mit dem Durchsuchen der Taschen beschäftigt ist.

«Ich fühle mich sicherer»

Ein Stück Privatsphäre bleibt gewahrt. Die Handtaschen und Rucksäcke von Frauen werden von einer weiblichen Sicherheitskraft untersucht, die Gepäckstücke von Männern von männlichen. Ein älterer Herr, dessen Tasche gerade inspiziert wurde, sagt: «Ich habe auch noch ein Handy dabei – es ist aber keines von Samsung.» Der Securitas-Mitarbeiter lacht. «Etwas Spass gehört dazu.» Es soll auch Ehemänner geben, die sich freuen, dass ihre Frau den Inhalt ihrer Tasche offenlegen muss, da auch sie so einen Blick in das geheimnisvolle Innere werfen können.

Grössere Funde haben die Sicherheitsleute bis jetzt noch nicht gemacht. «Pfeffersprays bei weiblichen Gästen kommen schon mal vor oder grössere Messer, die zuvor am Jahrmarkt gekauft wurden. Solche Gegenstände können an der Garderobe abgegeben werden. Auf dem Nachhauseweg kann man sie dann wieder mitnehmen», erklärt der Sicherheitsmann. Generell reagieren die Besucher recht gelassen auf die Kontrolle.

«Ich fühle mich dadurch sicherer. Man ist sich das auch von Sportveranstaltungen gewohnt», sagt eine 25-jährige Besucherin aus Uster. Es gibt aber auch Gäste, die genervt auf die Kontrolle reagieren. «Das ist doch <Gugus>! Wenn man kontrolliert, dann muss man alle kontrollieren, sonst bringt das Ganze nichts», meint ein soeben durchsuchter Besucher. Seine Begleitung ist da anderer Meinung: «In der heutigen Situation finde ich solche Kontrollen sinnvoll.»

Kein generelles Rucksack-Verbot

An der Olma bleibt es bei Stichproben. Andere Anlässe, wie das Oktoberfest, haben in der näheren Vergangenheit gar ein Rucksack-Verbot erlassen. «Das war für uns kein Thema», sagt Paganini. Es sei ein Entscheid gewesen, der zusammen mit der Stadtpolizei St. Gallen und Securitas gefällt wurde. Da keine konkrete Bedrohung bestanden habe, sei auf ein Verbot von Rucksäcken und Taschen verzichtet worden. «Ein Verbot wäre nicht nur mühsam für die Besucher, es entstünden auch logistische Herausforderungen. Ausserdem wäre es auch für die Standbetreiber schlecht», sagt Paganini. «Wie sonst würden die Besucher denn ihre gekauften Waren verstauen?»

Der Aufwand für die Sicherheit an der Olma ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wie viel sich die Olma das kosten lässt, will Direktor Paganini nicht verraten. Der finanzielle Aufwand sei aber grösser geworden, sagt er immerhin. «Das Olma-Publikum ist friedlich und reagiert auf solche Massnahmen verständnisvoll.»

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