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Mit dem Finger am Gashebel

Der 59-jährige Helmut Kühnis sammelt und restauriert leidenschaftlich Autos aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nun ist er mit seinem Hobby auch in den sozialen Medien präsent.
Chris Eggenberger
Helmut Kühnis mit seinem Ford Modell T, das bald seinen 100. Geburtstag feiern darf. (Bild: Chris Eggenberger)

Helmut Kühnis mit seinem Ford Modell T, das bald seinen 100. Geburtstag feiern darf. (Bild: Chris Eggenberger)

Der frische Herbstwind bläst einem ins Gesicht und ein Sound, bei dem man dem nicht vorhandenen Autoradio keine Sekunde lang nachtrauert, während man über die Wege des Rheintals tuckert. Das Fahrgefühl des bald 100-jährigen Ford beeindruckt die Insassen heute wohl genauso wie die Leute, die damals zum ersten Mal in einem Auto sassen. Mit Fotos von Ausfahrten mit Freunden und seinem Bruder entzückt Helmut Kühnis seine wachsende Fangruppe im Internet. «Oldtimer, Oil and Fun» nennt sich die Facebookseite des gelernten Maschinenmechanikers.

Er fährt einen Ford Modell T aus dem Jahr 1919, den er vor fünf Jahren aus einem amerikanischen Museum importierte und im eigenen Hinterhof zu einem wieder strassentüchtigen Oldtimer ausbaute. Speziell am alten Automobil ist zum Beispiel, dass es noch einen Gashebel am Lenkrad hat, der mit den Händen bedient wird. Auch Seitenscheiben gehörten damals noch nicht zur Ausstattung eines Automobils.

Vom Bruder inspiriert

Kühnis’ Bruder Willi war es, der mit dem Schrauben an alten Fahrzeugen begann. Willi Kühnis war Eigentümer diverser alter Harley Davidsons, heute ist er stolzer Besitzer eines Ford Modell A Baujahr 1931. Auch ein Modell-T-Pick-up von 1925 findet Platz in der Garage der Brüder.

Das Motorradfahren habe ihn noch nie interessiert, erzählt Helmut. Doch als er mit den Autos aus der Zwischenkriegszeit in Kontakt kam, packte auch ihn das Oldtimerfieber. «Beim Auto kann ich im Sommer auch in kurzen Hosen hineinsitzen und eine kleine Ausfahrt machen», erzählt er. Ausserdem sei es ein grosser Vorteil vieler Ford-Modelle, dass man immer noch die meisten Teile aus den USA einkaufen könne, während die Suche nach Ersatzteilen bei vielen anderen Fahrzeugen von anno dazumal ein Riesenaufwand sei.

Für ihn sei es ein tolles Gefühl, zu wissen, dass er ein Auto fährt, das er zum grossen Teil selbst gebaut und repariert hat. Man wisse dann auch schnell, wo man suchen muss, wenn etwas nicht mehr stimmt.

Doch nicht nur die Restauration seiner «Tin Lizzie» ist für den leidenschaftlichen Tüftler eine Ablenkung nach einem harten Arbeitstag. Es sei eine Herausforderung, dieses Auto zu fahren. Genau deshalb sei jedoch das Fahrgefühl so faszinierend.

«Solche Vereine gibt es genug»

Trotzdem ist Helmut Kühnis nicht daran interessiert, einen Oldtimerverein für das Rheintal zu gründen. Solche Vereine und Anlässe gebe es genug. Er geniesse seine Freiheiten und wolle sich für nichts verpflichten lassen. Vielmehr geht es ihm um das gemütliche Zusammensitzen und Tüfteln mit seinen Freunden und Gleichgesinnten. «Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten und man ergänzt sich ausgezeichnet.»

Die Brüder sind allerdings Mitglieder beim Alpenchapter Bavaria Austria, einem Ford-Modell-T-Club mit Mitgliedern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, mit denen er auch zwei bis drei Mal pro Jahr Ausfahrten unternimmt. Kühnis betont aber, die Gruppe sei sehr ungezwungen und bei den Treffen gehe es ihm mittlerweile nicht mehr nur um die Autos, sondern vermehrt um den Gedankenaustausch mit Gleich­gesinnten.

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