Mit Charme und Sympathie

RHEINECK. Gestern fand der Rheinecker Jakobimarkt statt. Aufgrund des Regens am Nachmittag gingen viele Besucher früh nach Hause – für die Marktfahrer hiess das ebenfalls, früher als geplant zusammenzupacken.

Seraina Hess
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Besuchte den Rheinecker Jakobimarkt mit seinen Eltern: Niklas, eineinhalbjährig. (Bild: Seraina Hess)

Besuchte den Rheinecker Jakobimarkt mit seinen Eltern: Niklas, eineinhalbjährig. (Bild: Seraina Hess)

Niklas, eineinhalbjährig, stösst an diesem Sonntagnachmittag neben seinen Eltern ein Bäbi im rosaroten Puppenwagen durchs Städtli. Es ist Kilbi in Rheineck. Zusammen mit seiner Familie passiert er Stand um Stand, hält an, staunt und geht weiter.

Das Berufsgeheimnis

Vorbei kommt er auch bei Matthias Ziegler aus Münchwilen, der an seinem Marktstand zum ersten Mal Käse- und Fleischwaren in Rheineck verkauft. «Wunderbar für einen Znüni, dieser Speck», sagt Ziegler zu einem interessierten Kunden, der eigentlich nur 200 Gramm Käse kaufen will. «Ich bin aber der Einzige in meiner Familie, der Speck isst», so der Kunde. «Umso besser; mehr für Sie alleine», entgegnet Ziegler. Am Ende entscheidet sich der Kunde für den Speck, Ziegler konnte ihn überzeugen.

So oder ähnlich macht er es fast jedes Mal, wenn jemand an seinem Stand anhält. Wie schafft er es, die Menschen so schnell von seinen Produkten zu überzeugen?

«Das ist ein Berufsgeheimnis», sagt er und lacht. «Nein; ich denke, das ist ein Talent, das man als Verkäufer besitzen muss. Es ist ein bisschen Charme und Sympathie dabei, man lächelt und sucht Blickkontakt.»

41 Jahre in Rheineck

Es beginnt zu regnen, als Niklas mit seiner Familie an der Imbiss-Bude von Elisabeth Wieser aus Herisau vorbeikommt. In Rheineck verkauft sie seit 41 Jahren Pommes frites, Burger und Bratwürste – es ist der Jahrmarkt, den sie mit dem Stand ihres Mannes am längsten besucht. Wieser kommt immer wieder gerne hierher, sagt sie, «mein Mann stammt nämlich ursprünglich aus dem Rheintal. Wegen der Liebe war ich früher oft hier.»