Mit 91 kein bisschen müde

In der Galerie art dOséra in Diepoldsau stellt der 91-jährige Adam Keel Bilder, Papierschnitte und Skulpturen aus. Die Vernissage findet am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr statt.

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Adam Keel übernahm die Formensprache seiner Papierschnitte auch in gemalten Bildern. (Bild: pd)

Adam Keel übernahm die Formensprache seiner Papierschnitte auch in gemalten Bildern. (Bild: pd)

DIEPOLDSAU/REBSTEIN. Für manch einen Schweizer Scherenschnittkünstler ist Adam Keel ein Enfant terrible. In Gruppenausstellungen stechen seine Bilder heraus. Während sich der Grossteil der Papierschneider hierzulande dem traditionellen Scherenschnitt mit bäuerlichen Motiven und Ornamenten verschrieben hat, entwickelte Adam Keel eine eigene Sprache, bei der meist Menschen im Mittelpunkt stehen. Seine Arbeiten sind modern, avantgardistisch. Dies hat ihm Kritik von Traditionalisten eingebracht, aber auch viel Ehre.

Adam Keel wird als figürlicher zeitgenössischer Maler und Papierschneider bezeichnet und wird der Kunstrichtung Outsider Art zugerechnet. Er favorisierte in den 1950er- und 1960er-Jahren Pastell- und Temperatechniken, in den 1970ern die moderne, realistische Bleistiftzeichnung und entwickelte in den 1980er- und 1990er-Jahren einen avantgardistischen Zugang zum Scherenschnitt, der in der Fachwelt grosse Beachtung fand.

Er blieb dem Malen gleichwohl treu und übernahm die Formensprache seiner Papierschnitte auch in die gemalten Bilder. Wegen der ausgeprägten Symbolkraft seiner Werke werden diese auch in kirchlichen Kreisen geschätzt. Neben der bildnerischen Kunst gestaltet Adam Keel auch Objekte aus Holz und Metall.

Zwar ist mit Adam Keel der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen. Auch sein Vater, Carl Eugen Keel, war Künstler. In den Kriegsjahren lag es der kinderreichen Familie aber finanziell nicht drin, Adam eine Berufslehre absolvieren zu lassen – geschweige denn eine kunstgewerbliche Ausbildung. Adam Keel ist Autodidakt. Geboren ist Adam Keel im Tessin, wo seine Familie in den 1920er-Jahren lebte.

Obwohl er tatsächlich ein Rebsteiner Keel ist, war es reiner Zufall, dass er hier landete. Seine Frau Ria, die er in St. Gallen kennengelernt hatte, bekam hier eine Stelle als Handarbeitslehrerin. Die beiden zogen hierher, und sind geblieben. Auch Ria Keel hat sich in der Kunstszene einen Namen gemacht – als Textilkünstlerin.

Vom Freitag, 23. Oktober, bis Sonntag, 8. November, stellt Adam Keel in der Galerie art dOséra in Diepoldsau seine Bilder, Papierschnitte und Skulpturen aus. Die Vernissage findet am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr statt. (mt/pd)

Die Ausstellung kann bis 8. November jeweils am Samstag von 17 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden.