Umnutzung
St.Margrethen: Militärische Bauten als Zeitzeugen erhalten

Zur Generalversammlung des Vereins Festungsmuseum Heldsberg fanden sich 60 Vereinsmitglieder ein.

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Zu den erhaltenswerten militärischen Bauten zählen auch die vier Bunker an der Stossstrasse ob Altstätten.

Zu den erhaltenswerten militärischen Bauten zählen auch die vier Bunker an der Stossstrasse ob Altstätten.

Kürzlich trafen sich 60 Vereinsmitglieder im Rheinausaal St.Margrethen zur ordentlichen GV. Seitens der Standortgemeinde St.Margrethen erwähnte in seinem Grusswort Gemeindepräsident Reto Friedauer das noch nicht gelöste Parkplatzproblem für die Museumsbesucher. Die bisherigen Parkplätze beim Restaurant Schäfli fallen wegen Umnutzung für einen Erweiterungsbau des Eigentümers weg. Ziel zwischen Gemeinde und dem Museumsverein ist eine langfristige gesicherte Lösung zu erreichen, denn Besucherparkplätze bilden einen wichtigen Pfeiler eines Museums, das für die Gemeinde und die Region ein wichtiges touristisches Angebot ist.

Für Vereinspräsident Ralf Pötzsch bietet die GV – neben der Abwicklung der ordentlichen Traktanden – die Möglichkeit eines Gedankenaustausches zwischen dem Heldsbergteam und dem Team des Kommandobunkers in Haslen AI. Mit einer Schweigeminute gedachte man der verstorbenen Vereinsmitglieder. Der Vereinspräsident konnte zwölf neue Vereinsmitglieder für Führungen und Unterhalt der Museen willkommen heissen.

Die Besucherzahl im Jahr 2020 mit einschränkendem Pandemiebetrieb sank auf 4299 Personen, davon 748 in Haslen. Gruppen fehlten fast gänzlich, was auch für den Restaurantbetrieb einschneidend war. Erfreulich, hielten etliche Schulklassen mit ihren Klassenlehrern dem Museum die Treue. Die Nacht der Museen Anfang Oktober fiel aus.

Unterhaltsarbeiten teils sehr kostspielig

Neu ist Haslen bis Ende Oktober jeden letzten Samstag im Monat von 10 bis 16 Uhr offen zur freien Besichtigung für Einzelbesucher geöffnet. In Haslen wurde zudem eine attraktive Ausstellung zur Kriegsmobilmachung eingerichtet. Bei Unterhaltsarbeiten im 80-jährigen unterirdischen Bauwerk musste eine Hauptstromleitung ersetzt, eine Wasserleitung repariert sowie eine neue Telefonzentrale installiert werden. Ziel der teils aufwendigen, kostenintensiven Unterhaltsarbeiten ist es, die militärischen Anlagen für künftige Generationen als Zeitzeugen zu erhalten. Dank Fronarbeit von Aktivmitgliedern sind die Kosten zu bewältigen. Die Rechnung 2020 weist einen Verlust von 16'640 Franken aus. Der Betriebsaufwand für Unterhalt und Führungen betrug 128'000 Fr. Die Anzahl Vereinsmitglieder konnte gehalten werden. Einzelpersonen bezahlen 35 Franken, Ehepaare 50 Franken. Im Vorstand gab es keine Wechsel. Gesucht wird aber noch für das Bauressort ein Vorstandsmitglied.

Die nächste GV ist auf den 19. März 2022 festgelegt. Nach der GV zeigte Peter Locher, ehemaliger Gardist in Rom, einen interessanten Einblick in die Schweizergarde, deren Hauptaufgabe es ist, den Papst im Vatikan zu schützen, dies seit 1506. Der Bestand der bewaffneten Schutztruppe beträgt zurzeit 135 Mann. Der Referent zeigte die Geschichte der Garde auf, erläuterte das Anforderungsprofil, die Ausbildung, Ausrüstung usw. Bis Ende Dezember erfährt man im Festungsmuseum in einer Sonderausstellung weitere Details.

Nach der GV servierte der FC St.Margrethen den Apéro sowie ein Nachtessen im zur Verfügung gestellten Festzelt. So konnten stets auch die Coronaregeln eingehalten werden. Infos zu Veranstaltungen in den Museen, wie beispielsweise die Besichtigung der Stossbunker am 18. September, finden sich unter www.festung.ch. (pd)

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