Milde für drei Kokainschmuggler

Das Kantonsgericht St. Gallen hat Strafen gegen drei Männer abgeschwächt. Sie hatten geholfen, 660 Kilogramm Kokain in die Schweiz zu schmuggeln.

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ST. GALLEN. Die Drogen kamen aus Kolumbien, das Kokain war in Bananenschachteln versteckt. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte 2010 fünf Personen zu langjährigen Freiheitsstrafen. Ein Italiener, ein Ecuadorianer und ein Mann aus der Dominikanischen Republik appellierten gegen das Urteil. Diese Woche verhandelte das Kantonsgericht den Fall. An Schranken erschienen zwei der Männer; einer liess sich vom Anwalt vertreten. Die anderen zwei gaben zu, für den Kokain-Ring gearbeitet zu haben. Allerdings spielten sie ihre Rollen herunter. Zum Teil widersprachen sie sich gegenseitig. Der Italiener, der seine Garage in St. Gallen als Kokain-«Bunker» bereithielt, muss nun neuneinhalb Jahre ins Gefängnis; das Kreisgericht hatte zehneinhalb Jahre ausgesprochen, die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre gefordert. Die Strafe gegen den Ecuadorianer, der beim Umpacken der Bananen geholfen und den Boss chauffierte hatte, wurde von fünfeinhalb auf dreieinhalb Jahre reduziert. Der Mann aus der Dominikanischen Republik ist zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der Kokain-Ring war Ende 2005 aufgeflogen. Eine Kompostierfirma hatte damals 40 Tonnen einwandfreie Bananen zur Entsorgung erhalten und darauf Verdacht geschöpft. (sda)