Mikroverunreinigungen bekämpfen

AU. Unzählige Produkte des täglichen Gebrauchs hinterlassen Spuren im Abwasser. Sie können negativ auf Wasserlebewesen einwirken oder das Trinkwasser beeinträchtigen. Der Zweckverband Abwasserwerk Rosenbergsau will nun Massnahmen prüfen.

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Von links: Roberto De Bortoli, Chefbauleiter Pöyry Schweiz AG, Andreas Eggenberger, Verwaltungsratspräsident Zweckverband Abwasserwerk Rosenbergsau, und Maurizio Schirinzi, Geschäftsführer Abwasserwerk Rosenbergsau. (Bild: pd)

Von links: Roberto De Bortoli, Chefbauleiter Pöyry Schweiz AG, Andreas Eggenberger, Verwaltungsratspräsident Zweckverband Abwasserwerk Rosenbergsau, und Maurizio Schirinzi, Geschäftsführer Abwasserwerk Rosenbergsau. (Bild: pd)

An seiner ordentlichen Verwaltungsratssitzung hat der Zweckverband einstimmig beschlossen, sich vertieft mit gezielten Massnahmen zur Elimination von Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser der ARA Rosenbergsau auseinanderzusetzen. Mikroverunreinigungen hinterlassen zum Beispiel Medikamente, Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte, Pflanzen- und Materialschutzmittel. Selbst in tiefen Konzentrationen (Milliardstel- bis Millionstel-Gramm pro Liter) sind sie unerwünscht.

Versuche mit Ozon-Behandlung

Als eine der grossen und bedeutenden Abwasserreinigungsanlagen im Kanton St. Gallen wird die Verbandskläranlage im Rheintal mit der geplanten Inkraftsetzung der revidierten Gewässerschutzverordnung verpflichtet sein, eine zusätzliche Reinigungsstufe zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen zu bauen. Um sich dieser neuen Herausforderung zu stellen, hat der Zweckverband die Pöyry Schweiz AG eine Studie erstellen lassen, die nun vorliegt. Es geht um die Fragen, was mit welcher Technik möglich ist.

Um die Erkenntnisse aus dieser Studie und die bereits durchgeführten Laborversuche weiter zu vertiefen, haben die Verwaltungsräte des Zweckverbandes Abwasserwerk Rosenbergsau weiterführende Abklärungen im Rahmen einer Pilotierung ausgelöst. Mit diesem Schritt nimmt das Abwasserwerk Rosenbergsau eine aktive Rolle ein in der Reduktion umweltgefährdender Spurenstoffe und unterstreicht seine Verantwortung für einen nachhaltigen Schutz des Rheintaler Binnenkanals, des Bodensees sowie der Grund- und Trinkwasservorkommen im Einzugsgebiet.

In Zusammenarbeit mit der auf Ozonierung von Trinkwasser und Abwasser spezialisierten Firma Ozonia und dem Ingenieurunternehmen Pöyry Schweiz AG sollen in nächster Zeit mit einer Pilotanlage spezifische Versuche für die Behandlung des stark gewerblich und industriell geprägten Abwassers mit Ozon durchgeführt werden. Das Projekt wird begleitet durch das Amt für Umwelt und Energie (AfU) des Kantons St. Gallen.

Entwicklung beobachten

Neben den eigenen Versuchen verfolgt das Abwasserwerk Rosenbergsau aufmerksam die weitere Entwicklung der Mikroverunreinigungs-Thematik im In- und Ausland, um auch in Zukunft seine Aufgabe für den Gewässerschutz verantwortungsvoll und weitsichtig wahrnehmen zu können. (gb)