Metzler-Nachfolge: Die FDP schert aus

Die vier Balgacher Ortsparteien (SVP, FDP, CVP, SP) wollten zusammen nach einem Nachfolger für Ernst Metzler suchen. Die FDP war aber nicht einverstanden mit dem Vorgehen und scherte aus. «Ich bedaure den Schritt», sagt SP-Frau Sieber.

Samuel Tanner
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Arbeiten daran: Die Balgacher Ortsparteien wollen, dass Ende 2012 ein möglichst fähiger Metzler-Nachfolger im Gemeindehaus ein und aus geht. (Bild: Samuel Tanner)

Arbeiten daran: Die Balgacher Ortsparteien wollen, dass Ende 2012 ein möglichst fähiger Metzler-Nachfolger im Gemeindehaus ein und aus geht. (Bild: Samuel Tanner)

BALGACH. Zwar tritt Ernst Metzler erst Ende nächstes Jahr zurück, doch die Parteien beraten schon heute über seine Nachfolge.

Im Sommer trafen sich Delegierte der vier Ortsparteien SVP, FDP, CVP und SP zu Gesprächen. Bald stellte sich heraus: Zum Vorgehen bestehen unterschiedliche Meinungen. Während SP, CVP und SVP einen tieferen fünfstelligen Betrag für ein unabhängiges, professionelles Personalbüro ausgeben wollten, vertrat die FDP eine andere Ansicht. Und scherte aus.

2500 Franken für jede Partei

Corinne Lei, die Ortsparteipräsidentin der FDP, sagt: «Es ist doch die Aufgabe der Parteien, geeignete Kandidaten zu suchen. Wir wollten nicht derart viel Geld für ein Personalbüro ausgeben.» Zumal in Balgach bereits Namen valabler Metzler-Nachfolger kursieren würden, wie Lei sagt. Zu konkreten Namen wollten sich gestern aber weder Corinne Lei noch Exponenten der anderen Parteien äussern.

«Der Präsident ist wichtig»

Nach dem Austritt der Freisinnigen gründeten die übrigen drei Parteien ein gemeinsames Komitee und beantragten bei der Gemeinde, den Betrag für das Personalbüro zu decken. Diese lehnte jedoch ab. Stattdessen sprach sie jeder Partei 2500 Franken zweckgebunden für Inserate zu.

Dass die Balgacher FDP einen eigenen Weg gehen will, löst bei den anderen Parteien keine Wut aus. «Ich bedaure den Schritt der FDP», sagt SP-Präsidentin Rosmarie Sieber. SVP-Vertreterin Martha Nüesch formuliert es ähnlich: «Es ist schade!» CVP-Präsident Nigg Weber relativiert: «Es ist das gute Recht der FDP, nicht mitzumachen.» Ihnen sei es nicht darum gegangen, sinnlos Geld auszugeben, sagen die Komitee-Mitglieder. «Der Gemeindepräsident bekleidet jedoch ein wichtiges Amt in der Gemeinde, da wäre es wichtig gewesen, professionelle Unterstützung zu haben», sagt Rosmarie Sieber von der SP. «Die Auswahl bei anderen Vakanzen, da bin ich mit Corinne Lei einig, ist hingegen Sache der Parteien.»

Das Komitee mit SP, CVP und SVP trifft sich nach der Bürgerversammlung im März wieder und wird dann gemeinsam Stelleninserate schalten.

Zusammenarbeit noch unklar

Dass die FDP, weil nicht im Komitee, bei der weiteren Suche des Metzler-Nachfolgers untergehen könnte, glaubt Corinne Lei nicht. Sie sagt: «Wir verschliessen uns auch einer weiteren Zusammenarbeit mit den anderen Parteien nicht.»

Im Wahl-Komitee ist man aber anderer Meinung: «Vorläufig gehen wir unseren eigenen Weg», sagt CVP-Chef Nigg Weber.

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