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Meist wird Gott ganz leise Mensch

St. Margrethen  Im Adventskonzert des Ökumenischen Chors St. Margrethen in der evangelischen Kirche kamen die Liebhaber qualitätsvoller klassischer Musik auf ihre Kosten. Der Chor und seine Gastmusiker verzauberten das Publikum.
Gerhard Huber
Der ökumenische Kirchenchor St. Margrethen unter der Leitung von Dagmar Marxgut präsentierte ein qualitativ hochstehendes Adventskonzert. (Bild: Ulrike Huber)

Der ökumenische Kirchenchor St. Margrethen unter der Leitung von Dagmar Marxgut präsentierte ein qualitativ hochstehendes Adventskonzert. (Bild: Ulrike Huber)

Seit nunmehr zwanzig Jahren besteht der Ökumenische Kirchenchor St. Margrethen und hat sich unter der musikalischen Leitung von Dagmar Marxgut eine ausserordentliche Qualität erarbeitet. Für das alle zwei Jahre dargebotene festliche Adventskonzert standen dem Chor auch noch Gastsängerinnen und -sänger bei. Ein Streichtrio, Trompeten und Pauke, die virtuos an der wunderbar klingenden Silbermann-Orgel aufspielende Julia Rüf und die grossartige Sopranistin Sigrid Huber-Plundrich ergänzten den Chorgesang und sorgten gemeinsam für ein abwechslungsreiches und berührendes Konzert.

Anspruchsvolle Kompositionen

Die Chormitglieder und ihre Gäste hatten sich viel vorgenommen. Selten gespielte, anspruchsvolle Kompositionen, alle mit einem Bezug auf die festliche Adventszeit. So etwa die vom zu Unrecht beinahe in Vergessenheit geratenen Franz Joseph Aumann (1728 – 1797) komponierte «Lauda Sion Salvatorem», eine Motette mit einer aussergewöhnlichen, fröhlichen, aber dennoch gediegenen Grundstimmung, die vom Chor mit dem Streichtrio Andrea Gass (Violine), Barbara Gschwend-Nüesch (Violine) und Johannes Toppius (Cello) kongenial vorgetragen wurde.

Die Adventskantate «Wachet auf, ruft uns die Stimme» von Georg Philipp Telemann (1682–1767) brachte den Auftritt der deutschen Sopranistin Sigrid Huber-Plundrich, in unserer Region bekannt aus der Operette «Die lustige Witwe» am Theater in Balzers. Ihre klare Stimme schmeichelte sich in diesem im besten Sinne adventlich-weihnachtlichen Musikstück in die Gehörgänge, wie eine schnurrende Katze ins Herz ihres Besitzers.

Selten gespielt auch die Motette für Chor, Streicher, Bläser und Pauke «Jubilemus Salvatori» von Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809), bei deren Aufführung die beiden Trompeter Thomas Vötterl und Gabriel Morre sowie Anna-Maria Schuchter an der Pauke zum Einsatz kamen. Ein voller und harmonischer Klang erfüllte das Kirchenhaus, gefühlvoll die Bläser und die Paukenspielerin, leise und schön das Orgelspiel, jubilierend die Stimmen des Chores. Tatsächlich ein würdiges «Halleluja» für den an Weihnacht erwarteten Herrn.

«Meistens wird Gott ganz leise Mensch. In nächtlicher Verzweiflung, in der Stunde der Einsamkeit, an der Freude des Gelebten. Meistens wird Gott ganz leise Mensch, wenn Menschen zu Menschen werden», so einer der Texte der zwischen den Musikstücken präsentierten adventlichen Gedanken. Auch an diesem Abend wurde Gott ganz leise Mensch, nämlich beim Vortrag der Kantate «Freue dich, Tochter Zion». Die Komposition von Johann Valentin Rathgeber (1682–1750), einem deutschen Benediktinermönch, Komponist, Organisten und Chorleiter, ist ein eindrucksvolles Beispiel barocker Musikkunst. Wo hat sich dieses Werk nur so lange versteckt? Chor und Gastmusiker wurden von Dirigentin Dagmar Marxgut zu einem einheitlichen Ganzen geformt und gaben einen eindrücklichen Auftritt. Eindrücklich und das musikalische Herz berührend wie der ganze Konzertabend.

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