«Meine Vision ist der EM-Titel»

Heute beginnen die U17-Fussball-Europameisterschaften in Liechtenstein. Die Schweiz spielt zum Auftakt um 17.30 Uhr in Eschen gegen Portugal. Als Weltmeister in dieser Altersstufe gehört das Team von Trainer Heinz Moser zu den Favoriten.

Yves Solenthaler
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Den Pokal im Blick: Der Schweizer U17-Trainer Heinz Moser hat an der EM in Liechtenstein Grosses im Sinn. (Bild: ys)

Den Pokal im Blick: Der Schweizer U17-Trainer Heinz Moser hat an der EM in Liechtenstein Grosses im Sinn. (Bild: ys)

Vaduz. Zwar ist von der Mannschaft, die im Herbst in Nigeria den Weltmeistertitel gewonnen hatte, kein Spieler mehr dabei. Im erweiterten 23-Mann-Kader, das sich letzte Woche in Interlaken vorbereitet hat, figurierte aus dem WM-Team noch Sead Hajrovic von Arsenal; er fällt allerdings wegen eines Meniskusschadens aus. Dennoch strebt Trainer Heinz Moser einen WM-Exploit an: «Seit dem WM-Titel ist der Respekt der anderen Nationen vor uns grösser geworden, und im gleichen Umfang haben unsere Spieler an Selbstvertrauen zugelegt.

» Auch der Trainer hat Selbstvertrauen: «Meine Vision ist der EM-Titel.»

Portugal, Spanien, Frankreich

Gestern gaben die Trainer in Vaduz Auskunft über ihre Ziele. Mit Portugal, Spanien und Frankreich hat die Schweiz in der Vorrunde spielstarke Gegner. Doch die Coaches dieser drei Teams stufen die Schweiz als ernsthaften Bewerber ein.

Ginés Meléndez aus Spanien erinnerte daran, dass die Schweiz 2002 der erste Europameister überhaupt in der Altersstufe U17 gewesen sei (von 1982 bis 2001 wurde die EM noch als U16-Turnier organisiert): «Und seither hat der Schweizer Fussball nochmals Fortschritte gemacht.» Die Gruppengegner haben im letzten Jahrzehnt allerdings nicht geschlafen – so wurden alle Teams der Gruppe A schon U17-Europameister: Portugal 2003, Frankreich 2004 und Spanien 2007 und 2008. Im letzten Jahr hiess der Europameister Deutschland.

An der heute beginnenden EM fehlen die Deutschen allerdings, sie sind in der Eliterunde, dem letzten Schritt zur Endrunden-Qualifikation, an der Schweiz gescheitert. Einige weitere grosse Fussballnationen haben sich nicht für die EM qualifizieren können – so glänzen auch die Niederlande oder Italien durch Abwesenheit. Nebst den vier Vertretern in der Gruppe A sind in Eschen-Mauren und Vaduz noch Tschechien, England, Griechenland und die Türkei dabei. Sie spielen in der Gruppe B um den Halbfinal-Einzug.

– Die Europameisterschaft dauert bis am 30. Mai. Nach dem Auftaktspiel gegen Spanien trifft die Schweiz am Freitag in Vaduz auf Portugal und am Montag in Eschen/Mauren auf Frankreich. Die Halbfinals finden am 27. Mai statt, der Final am 30. Mai. Die Finalspiele werden alle in Vaduz ausgetragen – und alle Matches im Liechtensteiner Hauptort werden im Eurosport direkt übertragen.

Zwei Buchser im Aufgebot

Die Schweiz ist an der EM quasi der Gastgeber, weil sich Liechtenstein zurückgezogen hat. Der Organisator hat entgegen seiner Absicht kein schlagkräftiges Team bilden können. Ein besonderes Heimspiel ist die EM für zwei ehemalige Akteure des FC Buchs: Die inzwischen bei Basel spielenden Aleksandar Zarkovic (Innenverteidiger) und Stjepan Vuleta (Stürmer). Sie kennen auch die Umgebung ihrer Unterkunft, denn das Schweizer Team wohnt im Hotel Buchserhof.

Und gerade Vuleta ist ein Hoffnungsträger der Schweiz – allerdings wird er heute gegen Spanien wegen einer Sperre fehlen.