«Mein Stil entwickelt sich erst»: Wie eine Heerbruggerin während des Lockdowns zur Malerei fand – jetzt stellt sie aus

Alma Mehmeti hat während des Lockdowns die Malerei entdeckt. Jetzt stellt sie aus.

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Alma Mehmeti malt noch nicht lange; dennoch darf sie bereits ausstellen.

Alma Mehmeti malt noch nicht lange; dennoch darf sie bereits ausstellen.

Bild: Alena Tschümperlin

Eigentlich hat Alma Mehmeti eine Künstlerin engagieren wollen, um eine Wand im Ferienhaus ihrer Familie zu bemalen. Weil diese gerade keine Zeit hatte, beschloss die 22-Jährige, selbst kreativ zu werden. Zwei Wochen lang malte sie täglich eine Stunde. Am Ende kam ein Bild heraus, mit dem sie zufrieden war. «Ich war stolz darauf, es selbst gemacht zu haben», sagt die Kauffrau.

Das war im Sommer des letzten Jahres. So richtig los ging es mit der Malerei aber erst während des Lockdowns in diesem Frühling. «Plötzlich hatte ich Zeit, ich liess meine Gefühle in meine Bilder fliessen», blickt die Heerbruggerin auf eine Zeit zurück, an die viele keine schönen Erinnerungen haben.

Die Bilder gelangen, gefielen anderen. Kein Wunder, darf sie ihre Werke bereits öffentlich zeigen. Wer möchte, kann Alma Mehmetis Kunst in einem der oberen Stockwerke «Am Markt» in Heerbrugg kennen lernen.

Trotz dieses ersten Ausrufezeichens bleibt Alma Mehmeti gelassen und urteilt über sich selbst: «Ich muss meinen Stil erst noch finden.» In welche künstlerische Richtung sie sich entwickeln wird, weiss sie nicht. «Zurzeit male ich viele Gesichter, Tiere oder Gebäude, aber meine Leidenschaft ändert sich dauernd.»

Die Wohnung, die auch ein Atelier ist

Die junge Künstlerin malt in ihrer Wohnung. Eigentlich sei diese ja eher ein Atelier, in dem sie halt auch noch schlafe, meint Alma Mehmeti scherzend. Sie ist darum froh um die Ausstellung in Heerbrugg. «Das schafft Platz und ich kann neue und grössere Bilder erstellen.»

Gerne würde Alma Mehmeti ihre Kunst dereinst in einem alten Gebäude zeigen, in dem die leuchtenden Farben, die sie verwendet, noch besser zur Geltung kämen. Doch das habe Zeit, findet sie. Denn ihre Ziele, ebenso wie ihr Malstil, würden sich erst im Lauf der Jahre entwickeln. Was sie aber jetzt schon weiss: «Ich male nicht, um damit Geld zu verdienen, sondern um mir zu bestätigen, dass ich es kann.» (at/rü)

Hinweis

Ein Videointerview ist auf www.rheintaler.ch zu sehen.